Südwest Presse: KOMMENTAR · STÄDTE

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Die Schere geht auseinander

Die demografische Entwicklung der vergangenen Jahre wirkt sich
immer deutlicher auf Städte und ländliche Regionen der Republik aus.
Der Trend geht zu den Metropolen und ihren Speckgürteln – sie
profitieren von einem doppelten Wachstum, dem Zugewinn an Menschen
und Arbeitsplätzen. Dagegen verlieren kleine und mittlere Städte
jenseits der Ballungszentren mit Einwohnern und Wirtschaftskraft auch
die Mittel für kommunale, kulturelle und soziale Einrichtungen – ein
Teufelskreis. Nun weisen Städte und Gemeinden in Deutschland durchaus
unterschiedliche Defizite und Mängel auf, aber eine Faustformel
lautet denn doch: Es gibt ein West-Ost-Gefälle und eine
Stadt-Land-Disparität. In Baden-Württemberg und Bayern sind die
daraus resultierenden Probleme – verglichen mit den neuen Ländern
oder Krisenregionen des Ruhrgebiets – weit weniger dramatisch. Aber
es bedarf überall großer Anstrengungen, um die Schere zwischen
wohlhabenden und ärmeren Gemeinden nicht immer weiter
auseinanderklaffen zu lassen. Sonst würde nicht zuletzt ein fairer
Länderfinanzausgleich noch komplizierter. Der Schlüssel für eine
gesellschaftspolitisch verträgliche Zukunft unserer Städte liegt in
der stärkeren Kooperation von Kommunen, die sich gegenseitig bei der
öffentlichen Daseinsvorsorge unterstützen und ergänzen, einem
regionalen Lastenausgleich – sowie der Zuwanderung von qualifizierten
und integrationswilligen Menschen. Nur so lassen sich auf Dauer
Ungleichgewichte zwischen Städten und Landgemeinden verhindern, die
unausweichlich zu sozialen Verwerfungen führen würden.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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