Südwest Presse: KOMMENTAR · TERROR

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KOMMENTAR · TERROR

Schlimmste Befürchtungen Es kommt selten vor, dass nach einem
Massaker in Amerika nicht eine heftige Debatte über schärfere
Waffengesetze vom Zaum bricht. Völlig zu Recht gilt die
Aufmerksamkeit dieses Mal der Frage, ob der Mord an vier
Marineinfanteristen in Tennessee einen terroristischen Hintergrund
hatte? Bemerkenswert sind nämlich die ersten Erkenntnisse des FBI. So
hatte der Schütze, ein eingebürgerter Jordanier, bisher ein ganz
normales amerikanisches Leben geführt. Er hatte sein
Ingenieursstudium abgeschlossen und war weder vorbestraft noch stand
sein Name auf einer Liste von Personen, die des Kontakts zu
terroristischen Organisationen verdächtigt werden. Während des
vergangenen Jahres aber hatte ihn offenbar ein Ereignis aus der Spur
geworfen und zum Mord an den vier US-Soldaten getrieben. Waren es die
Reisen in den Nahen Osten, bei denen er in Kontakt mit
radikalislamischen Zellen kam? War er ein Opfer jener
Online-Radikalisierung, die den Anti-Terrorbehörden in den USA seit
dem Vormarsch des Islamischen Staats Kopfzerbrechen bereitet? Der
Terror im eigenen Hinterhof, verübt von Amerikanern, die plötzlich
einer fanatischen Gruppe hörig sind, war schon immer die größte Sorge
der Behörden und Politiker. Die Ermittlungen werden noch Wochen
dauern. Sollten sich die schlimmsten Befürchtungen aber bewahrheiten,
dann könnte der Anti-Terrorkampf neue Formen annehmen: Überwachung
und strengere Kontrollen nicht nur auf Militärstützpunkten, sondern
in Kinos, Shopping Malls, bei öffentlichen Festen und an jedem Platz,
wo sich Menschen versammeln. Das tägliche Leben in Amerika wäre nicht
mehr dasselbe.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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