Südwest Presse: KOMMENTAR · VIDEOBEWEIS Gestärkt, nicht entmachtet

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Und sie bewegt sich doch, soll Galileo Galilei trotzig
ausgerufen haben, nachdem er seine These, die Erde drehe sich um die
Sonne, hatte widerrufen müssen. Gut 400 Jahre nach Galileis
Entdeckung wartet nun auch die Fußball-Welt mit einer bahnbrechenden
Neuerung auf. Das International Football Association Board (IFAB),
das bislang als Gremium alter Männer wahrgenommen wurde, die stur
über die traditionellen Fußball-Regeln wachen, hat sich am Wochenende
bewegt und den Weg für den Videobeweis im Fußball frei gemacht. Was
in anderen Sportarten wie im Eishockey tadellos funktioniert, wird
nun auch im Fußball zumindest versuchsweise eingeführt – eine kleine
Revolution. Viele Dinge im Fußball sind dank der technischen
Entwicklung exakt messbar. So kann zweifelsfrei nachgewiesen werden,
ob der Ball in vollem Umfang die Torlinie überquert hat. Ein
Wembley-Tor wie 1966 wird es in modern ausgerüsteten Stadien also
nicht mehr geben. Auch Abseits-Positionen können dank
Kalibrierungs-Punkten auf dem Rasen mit sehr hoher Sicherheit erkannt
werden. Dennoch ist der Videobeweis kein Allheilmittel. Je nach
Blickwinkel der Kamera kann sich eine bestimmte Szene ganz
unterschiedlich darstellen. Elfmeter ja oder nein, normales oder
grobes Foul, Gelbe oder Rote Karte – für den Referee bleibt noch jede
Menge Ermessensspielraum. Er wird durch den Videobeweis nicht
entmachtet, sondern gestärkt. Zudem soll die Kamera nur bei
spielentscheidenden Situationen zum Einsatz kommen. Damit wird
verhindert, dass der Spielfluss über Gebühr unterbrochen wird.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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