Südwest Presse: Kommentar zu Israel

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Der erste Augenschein deutete auf einen Arbeitsbesuch
von Außenminister Guido Westerwelle in Israel, wie es sie in den
vergangenen Jahren schon des Öfteren gegeben hat: politische
Gespräche hinter verschlossener Tür, demonstrative Freundlichkeiten
draußen vor laufenden Kameras. Neben dem obligatorischen Händedruck
durfte auch der Satz, in diesen schwierigen Zeiten stehe Deutschland
an der Seite Israels, nicht fehlen. Doch es ist genau diese
Einleitung zum bekannten Solidaritätsbekenntnis, die die besondere
Situation zum Ausdruck bringt. Die Lage im Nahen Osten hat sich in
den vergangenen Monaten deutlich zugespitzt. Der innersyrische Krieg
droht auf die Region überzuschwappen. Und Israel könnte dann in
seinem ausgeweiteten Zentrum stehen. Die Regierung Netanjahu ist
nicht bereit, die Verschiebung von Waffen aus Syrien an die
radikal-islamische Hisbollah im Libanon zu akzeptieren. Dazu wäre die
davon ausgehende Gefahr für das Land viel zu groß. Die jüngsten
israelischen Angriffe auf Waffendepots und Waffensysteme in Syrien
sind ein klarer Hinweis darauf, wie weit Netanjahu den Begriff der
„Selbstverteidigung“ definiert. Auch die Lieferung russischer
Flugabwehrraketen an das Assad-Regime dürfte er als Akt der
Aggression interpretieren, auf den es zu antworten gilt. Vor diesem
Hintergrund bekommen die Zusagen von Außenminister Westerwelle ein
großes Gewicht. Wie weit die Schön-Wetter-Bekundungen in Sturmzeiten
reichen, ist noch nicht ausgemacht. Die Solidarität mit Israel könnte
vor einer Bewährungsprobe stehen.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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