Südwest Presse: Kommentar zum POLIZISTENMORD

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Statistisch gesehen haben Mörder denkbar schlechte
Karten: 95 Prozent aller Fälle werden aufgeklärt. Wer in aller
Öffentlichkeit am helllichten Tag auf Polizisten schießt und den
Opfern auch noch in Ruhe Dienstwaffen und Handschellen abnimmt,
sollte also nicht damit rechnen, davonzukommen. Eigentlich. Dennoch
blieben die Mörder der 22-jährigen Michèle Kiesewetter lange
unentdeckt. Allein das dokumentiert bereits das Versagen der
Ermittler in diesem Fall. Es ist noch immer unerklärlich. Die Kritik,
die nun aus dem NSU-Ausschuss Richtung Südwesten abgefeuert wird,
fällt zwar teils in die Kategorie „hinterher ist man schlauer“. Doch
sie ist auch ein Zeichen dafür, dass das Bild des Heilbronner
Polizistenmords durch das Auffliegen der Zwickauer Terrorzelle
keineswegs stimmiger geworden ist. Im Gegenteil: Da die Tat so gar
nicht ins Muster der rechtsextremen Mordserie passt, wird sie nur
noch rätselhafter. Kiesewetter und ein NSU-Verdächtiger stammen aus
derselben Region? Zwei enge Polizei-Kollegen gehörten zum
rassistischen Ku-Klux-Klan? Keins der Puzzlestücke passt zum anderen,
und je mehr davon auftauchen, umso offenbarer wird, dass die
Ermittler im Land bisher an einem ganz anderen Bild bastelten. Warum
lief ausgerechnet hier grundlegend schief, was in 95 Prozent der
Fälle funktioniert? Es gehört zu den Absurditäten des Falls, dass
wohl die einzige Person, die eine Antwort hat, Beate Zschäpe heißt.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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