Südwest Presse: Kommentar zur Steuerhinterziehung

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Ein bisschen wohlig kann man sich schon zurücklehnen
bei dem Gedanken, wie Steuersünder in ihren Wohnzimmern sitzen und
zittern. 40 000 Datensätze treiben sicher den Blutdruck bei manchem
unehrlichen Reichen aus Angst vor Anzeige oder Razzia nach oben. Aber
zu sehr sollte man nicht an eine mögliche Gerechtigkeit beim
Steuerzahlen glauben. Für Steuerbetrüger scheint es zwar enger zu
werden. Auch wenn das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der
Schweiz gescheitert ist, geht die Zahl der Fluchtburgen für
Schwarzgeld zurück. Nach wenig effektiven Versuchen, Geldtransfers
einzudämmen, rüttelte das jüngst veröffentlichte Datenpaket
„Offshore-Leaks“ weltweit Politiker auf. Der Ton in den USA wird
schärfer, EU und G 20 nehmen den Kampf auf. Andere Länder allerdings
gehen pfleglicher mit Steuersündern um. Zypern will Ausländern, die
viel Geld verloren haben, die zyprische Staatsbürgerschaft verleihen.
Das Bundesfinanzministerium sieht die Situation hinsichtlich der
Durchsetzung deutscher Steueransprüche in der Schweiz unverändert als
unbefriedigend an. Die britische Regierung hat offenbar kein
Interesse, ihre Steueroasen aufzugeben. Auf den Jungferninseln soll
es eine Million Briefkastenfirmen geben. Der Druck auf Länder, die
Steuersünder decken, muss erhöht, Zusammenarbeit ausgebaut werden.
Steuer-CDs sind wichtig, aber nur ein Hilfsmittel für eine etwas
gerechtere Welt.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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