Südwest Presse: KOMMENTARzu· NSU Ausgabe vom 20.04.2012

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KOMMENTARzu· NSU

Ausgabe vom 20.04.2012 Zumindest ein Stück weit setzt sich das OLG
München mit den neuen Regeln für die Journalistenakkreditierung im
NSU-Prozess auf die richtige Spur. Denn durch eine Panne nach der
anderen drohte das Verfahren schon vor seiner Eröffnung zur
internationalen Blamage zu werden. Die Töpfchenbildung in
verschiedene Medienarten und differenziert nach In- und Ausland mit
anschließender Auslosung wirkt auf den ersten Blick überkompliziert.
Diesmal wollte der Vorsitzende Richter wirklich nichts mehr falsch
machen. Das Verfahren bringt viele Vorteile im Vergleich zum
vorangegangenen – und in Karlsruhe gescheiterten – „Windhundprinzip“.
Der wichtigste und unerlässliche ist, dass nun auch türkische Medien
Zugang zum Saal erhalten und beobachten können, wie ein deutsches
Gericht mit der Angeklagten Beate Zschäpe umgeht. Mit Köpfchen
bildete das Gericht die Töpfchen. Wenn gelost werden muss, kann von
Fairness nicht gesprochen werden. Die auf den 50 Plätzen sitzenden
Journalisten werden aber die mediale Öffentlichkeit wesentlich
angemessener und breiter repräsentieren als das in der ersten Runde
der Fall war. Für Journalisten, die sich lange Jahre mit
Rechtsextremismus befasst und sich Expertentum angeeignet haben, ist
es natürlich ärgerlich, wenn ihr Los nun nicht gezogen werden sollte.
Bitter wäre das auch für große überregionale Blätter. Dennoch sind
die Regeln nun transparent und sinnvoll. Warum hat es das Gericht
eigentlich nicht gleich so gemacht? Und warum wird um die
Videoübertragung für Medien in einen anderen Gerichtssaal auf nicht
nachvollziehbare Art und Weise weiterhin ein so großer Bogen gemacht?

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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