Tausende Flüchtlingskinder ohne Schutz in Regen und Schlamm / SOS-Kinderdörfer: Katastrophale Zustände an Grenze zwischen Mazedonien und Serbien (FOTO)

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Flüchtlingstragödie an der mazedonischen Grenze: Tausende Kinder
stecken mit ihren Eltern aufgrund übermäßiger Bürokratie bei Presevo
fest und leiden an Hunger, Erschöpfung, Kälte und Dauerregen. Dies
teilten die SOS-Kinderdörfer weltweit am Sonntag vor Ort mit.

„Rund 12.000 Flüchtlingskinder werden unseren Schätzungen zufolge
bis zum Monatsende an der Grenze von Mazedonien zu Serbien
aufgehalten werden. Bei sinkenden Temperaturen und Regen und ohne
jeglichen Schutz leiden sie an Hunger, Erschöpfung und Unterkühlung“,
erklärte Wilfried Vyslozil, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit,
am Güterbahnhof von Tabanovce an der serbischen Grenze.

„Die Kinder und ihre Eltern hängen hier fest, weil sie im Namen
der EU allem Anschein nach wiederholt in bis zu drei Transitländern
registriert werden sollen. Die Zustände sind menschenunwürdig und
eine Verletzung der Rechte von Kindern“, erklärte Vyslozil. „Europa
muss in der Flüchtlingskrise endlich handeln und dafür sorgen, dass
die beschämenden Missstände an den Grenzen umgehend beseitigt
werden.“

„Hier drängen sich viele Familien mit kleinen Kindern nach hartem
Fußmarsch in langen Schlangen hinter Absperrgittern bei derzeit Regen
und Kälte in teils knöcheltiefem Schlamm. Sie warten dort
stundenlang“, berichtet SOS-Mitarbeiterin Katharina Ebel aus Presevo.
„Schutz vor dem Dauerregen gibt es nicht, ebenso wenig Getränke oder
Essen. Alle frieren, die Kinder haben längst eine Erkältung und
fangen allein schon vor Erschöpfung an zu weinen – oder sind einfach
nur noch still.“

Der extrem harte Winter am Balkan könne zu einer Katastrophe
führen, daher müsse die humanitäre Hilfe für Flüchtlinge in den
Transitländern massiv verstärkt werden, forderte SOS-Vorstand
Vyslozil, nachdem er sich zusammen mit mazedonischen
Ministeriumsvertretern ein Bild von der Lage an der
mazedonisch-serbischen Grenze gemacht hatte. SOS-Helfer verteilen
dort derzeit Hilfsgüter an Familien und richten eine
Nothilfe-Kindertagesstätte ein. „Demnächst werden die Temperaturen
hier deutlich sinken. Im Winter sind eisige Temperaturen von minus 25
Grad nicht selten – hier ist professionelle Hilfe das Gebot der
Stunde“, sagte Vyslozil.

Die SOS-Kinderdörfer werden demnächst am Güterbahnhof von
Tabanovce robuste und beheizbare Wohncontainer aufstellen, in denen
sich Mütter und Kinder aufwärmen können sowie Nahrung und Kleidung
erhalten.

Darüber hinaus müssten die Fluchtursachen in den Herkunftsländern
bekämpft werden, erklärte Vyslozil: durch nachhaltige
Entwicklungsprojekte, Bildung und Beschäftigungsperspektiven gerade
auch für junge Menschen. „Grenzzäune sind keine Lösung, sie verlagern
und verschärfen das Flüchtlingselend nur!“

Hörfunk: Ein sendefertiges Interview mit Katharina Ebel aus
Mazedonien können Radiosender auf der Website von Medienkontor gratis
herunterladen: www.medienkontor-audio.de/beitraege/sos-kinderdoerfer

Interviewanfragen und weitere Informationen:

Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
Mobil: 0171/415 66 74
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
http://www.sos-kinderdoerfer.de/news/fluechtlingskrise

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