Thüringische Landeszeitung: Am längeren Hebel / Kommentar von Axel Zacharias zu Stromtrassen per Erdkabel

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Wieder einmal bleibt die Vernunft auf der Strecke,
wenn Horst Seehofer, dessen CSU gerade an Wählerakzeptanz verliert,
Pluspunkte an der Wahlurne sammeln will. Das war bei der
Ausländermaut so und ist jetzt wieder bei der Verteuerung der
Stromtrassen durch einen unterirdischen Ausbau so. Wenn der
bayerische Löwe brüllt, zittert das politische Berlin. Die große
CSU-Schwester CDU knickt regelmäßig vor dem „Kampagnero“ Seehofer
ein, weil Bayern immer noch bessere Wahlergebnisse für die Union
liefert, als dies in anderen Bundesländern regelmäßig der Fall ist.

Die Zeche für das übergroße bayerische Ego zahlen künftig die
Stromkunden in der gesamten Bundesrepublik. Ob dies gerecht ist, mag
dahingestellt bleiben. Die Frage nach der Klugheit hat man sich ja
bereits schon seit längerer Zeit abgewöhnt. Noch gar nicht
eingepreist sind die möglichen Kosten, die entstehen könnten, wenn
Landbesitzer mit ihren Forderungen nach höheren Entschädigungen für
ihre Grundstücke durchkommen.

Sicher, es waren vor allem Bürgerinitiativen, die massiv
Widerstand gegen überirdische Stromtrassen leisteten. Sie
argumentierten aber nicht aus der Gesamtschau heraus, sondern eben
regional. Das aber reicht mitunter nicht. Trotzdem befürchtete
Seehofer, dass daraus eine Massenbewegung werden könnte, und setzte
Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel von der SPD unter Druck. Jetzt ist
ziemlich deutlich geworden, wer am längeren Hebel sitzt.

Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de

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