Thüringische Landeszeitung: Ein Drahtseilakt / Kommentar von Maximilian Wolf zum drohenden Platzen des EU-Türkei-Deals zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen nach Europa

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Wenige Tage vor dem eigentlichen Inkrafttreten des
EU-Türkei-Deals lässt der türkische Staatspräsident erneut die
Muskeln spielen. Weder der Zeitpunkt noch die Argumente Erdogans sind
sonderlich überraschend. Von Anfang an war das Abkommen ein
diplomatischer Drahtseilakt, und ist es immer noch. Die
Hauptforderung der Türkei, die EU-Visumfreiheit ist weiter der große
Streitpunkt. Angeblich habe die EU die Reform der türkischen
Anti-Terror-Gesetze erst nachträglich gefördert, doch das stimmt
nicht. So diktiert sich Erdogan die Wahrheit, wie sie ihm gerade am
besten gefällt.

Während Türkei und EU auf dem Drahtseil tänzelnd die Arme drücken,
räumt Griechenland die Endstation der Hoffnungen – das kleine Dorf
Idomeni, eine Autostunde von Thessaloniki entfernt. Denn das momentan
weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen ist keineswegs ein
Produkt des Türkei-Deals, sondern die logische Konsequenz, wenn
Mazedonien die Grenzen dicht macht.

Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de

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