Thüringische Landeszeitung: Ende der Protzerei – Atomare Drohung ist der falsche Weg / Kommentar von Katja Dörn zu Russlands Raketenplänen und zum Kalten Krieg

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Die Spieltheorie wurde zu Zeiten des Kalten Krieges
ein entscheidendes strategisches Mittel: Aktion folgt Reaktion, und
jeder Spieler hat nur seinen eigenen Vorteil im Sinn. Da USA und
UdSSR immer weiter aufrüsteten, war die Angst groß, dass ein Einsatz
der Atomwaffen einen Gegenschlag zur Folge gehabt hätte.

Russlands Präsident Putin hat nun angekündigt, vierzig hochmoderne
Interkontinentalraketen anzuschaffen. Er signalisiert: Es ist die
Antwort auf die immer näher rückenden Nato-Truppen. Das Pentagon
hatte vor wenigen Tagen angekündigt, schwere Waffen für US-Soldaten
bis nach Osteuropa zu schaffen. Eine Reaktion auf die Ukraine-Krise,
wird vermeldet.

Nach Putins Protzerei ist es eine Frage der Zeit, bis auch die USA
wieder die atomaren Muskeln spielen lassen. Wer gut und wer böse ist,
definiert jeder selbst. Die Spirale aus Aktion und Reaktion aber muss
ein Ende haben. Der Kalte Krieg ist näher, als mancher Politiker
offen aussprechen will. Eine neue Strategie muss her – weg von der
latenten Drohung mit Waffen, hin zu guter Diplomatie.

Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de

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