Thüringische Landeszeitung: Fragliche Kehrtwende / Kommentar von Katja Dörn zum Ende der Ein-Kind-Politik in China

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Im Land des Lächelns war manchen Frauen lange Zeit
gar nicht zum Lächeln zumute. Die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik
wurde rigoros durchgesetzt – Strafen und Zwangsabtreibungen
inklusive. Millionen Kinder leben illegal, weil ihre Eltern gegen die
offizielle Politik verstoßen haben. Dass die kommunistische Führung
nun eine Kehrtwende macht, hat weniger mit einer menschlicheren
Familienpolitik zu tun. Das Land braucht dringend Nachwuchs. Doch ob
sich der Plan erfüllen lässt, ist fraglich. Bereits vor der
Ein-Kind-Politik gebaren Frauen weniger Kinder. Der steigende
Wohlstand spielt eine Rolle, sagen Demografie-Experten. In den Köpfen
der Chinesen ist das eine Kind – Jungen bevorzugt – normal. Das
zeigen schon die Lockerungen seit 2013. Nur etwa jedes zehnte
berechtigte Paar meldete sich, um überhaupt ein zweites Kind bekommen
zu dürfen.

Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
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