Thüringische Landeszeitung: GDL bestimmt die Agenda / Kommentar von Florian Girwert zum Lokführerstreik

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Nun gut, der Streik dauert also noch bis Sonntag.
Weder Fahrgäste noch Firmen sollten damit rechnen, dass die GDL
einknickt. Von außen muss man den Eindruck gewinnen, dass es gar
nicht darum geht, sich mit der Bahn gütlich zu einigen. Stattdessen
stehen Maximalforderungen zur Debatte. Die GDL legt fest, „was ein
Lokführer für einen Wert hat“. Die GDL wertet die Bedingung der Bahn,
mit ihr und der Konkurrenzgewerkschaft EVG inhaltsgleiche
Tarifverträge abschließen zu wollen, als „Eingriff in die
grundgesetzlich geschützte Koalitionsfreiheit.“ Mit Verlaub, da hat
der Gewerkschaftschef etwas falsch verstanden. Die Bahn mag tricksen
und täuschen – bisher aber auf dem Boden der Verfassung. Wenn die
Bahn gleiche Verträge erreichen will, ist das ihr gutes Recht. –
Ebenso wie die volkswirtschaftlich ziemlich teuren Streiks der GDL.
Der anderen Seite Verfassungsbruch zu unterstellen ist kein guter
Weg, um Vertrauen zu etablieren.

GDL-Chef Claus Weselsky mag die Rückendeckung seiner Lokführer
haben. Die hat er sich durch sein kompromissloses Auftreten auch
redlich verdient. Doch als Chef einer Gewerkschaft, die über so viel
Macht verfügt, die Verkehrswege lahmzulegen, hat er auch
Verantwortung. Dass er das akzeptiert, zeichnet sich aktuell nicht
ab.

Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de

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