Thüringische Landeszeitung: Langer Atem nötig – Pechstein hofft weiter, dass Gerechtigkeit siegt / Kommentar von Thomas Czekalla zu Claudia Pechsteins juristischen Schritt vor den Bundesgerichtshof

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2009 ist Claudia Pechstein mit ihrer zweijährigen
Dopingsperre, die nur aufgrund von Indizien gegen sie ausgesprochen
wurde, durch die Hölle gegangen. Sie hat stets ihre Unschuld
beteuert. Keiner hat ihr geglaubt. Freunde haben sich von Pechstein
distanziert, auch Sponsoren – und selbst die nationale Sportführung.
Pechsteins Ruf war ruiniert, sie selbst trug sich damals sogar mit
Selbstmordgedenken.

Doch die erfolgreichste deutsche Winterolympionikin war als
Sportlerin stets eine Kämpferin und kämpfte sich auch während ihrer
Sperre wieder ins Leben zurück. Den Beweis ihrer Unschuld lieferten
inzwischen Wissenschaftler, die herausfanden, dass ihre hohen
Retikolozytenwerte, die zur Sperre führten, durch eine angeborene
Blutanomalie zustande gekommen sind.

Der Eislaufweltverband ISU und später auch der internationale
Sportgerichtshof CAS haben ihr trotzdem den Stempel der
Dopingsünderin aufgedrückt. Diesen Makel loszuwerden, hat Pechstein
bis heute nicht nur jede Menge Nerven, sondern vor allem auch einen
Großteil ihres Privatvermögens gekostet: für Gutachten, Anwälte, und,
und, und.

Es ist nur recht und billig, dass die 44-Jährige jetzt nicht nur
ihren Ruf wiederherstellen, sondern auch Schadensersatzansprüche in
Millionenhöhe gegenüber der ISU einfordern will. Und Claudia
Pechstein ist auf einem guten Weg, dass ihr das gelingt. Schon das
sie mit ihrem Anliegen nun vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gelandet
ist, ist ein großer Erfolg nicht nur für sie selbst.

Gibt der BGH Pechstein in seinem Urteil am 7. Juni Recht, hat die
Berlinerin so nebenbei die gesamte internationale
Sportgerichtsbarkeit auf den Kopf gestellt. Dann nämlich könnten auch
andere Sportler künftig zwischen Sportschieds- und Zivilgerichten
wählen.

Der noch immer aktiven Claudia Pechstein, die sich mittlerweile
selbst als Eislauf-Oma bezeichnet, kann man nur weiterhin einen
langen Atem wünschen und für sie hoffen, dass die Gerechtigkeit am
Ende siegt.

Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de

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