Til Schweiger exklusiv im stern zum Thema Flüchtlinge: „Das Sommermärchen ist vorbei“

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Nach einem Solidaritätsaufruf für Flüchtlinge hat
Til Schweiger Unterstützung bekommen, ihm ist aber auch blanker Hass
entgegengeschlagen. „Da verschiebt sich was in unserer Gesellschaft“,
sagt der Schauspieler und Filmemacher, „und das zeigt sich eben auch
im Umgang mit Flüchtlingen. Wir haben jetzt schon mehr Anschläge auf
Flüchtlingsheime als im vergangenen Jahr. Das Sommermärchen ist
vorbei.“

Zugleich habe ihn die Unterstützung glücklich gemacht: „Die
Organisatoren vom –Hamburger Abendblatt– hatten gehofft, zwei LKW mit
Hilfsgütern füllen zu können. Es wurden zwölf, es war eine
überwältigende Aktion.“

Er halte sich nicht für einen Fachmann in Flüchtlingsfragen und
wisse auch nicht, wie das Problem zu lösen sei, aber er wünsche sich
mehr Empathie von den Deutschen: „Diese Menschen haben das
Schlimmste erlebt, Tod, Vertreibung und Vergewaltigung. Sie kommen
mit nur einem Hemdchen her und sitzen bei uns nur rum, warten von
einem Essen zum anderen, weil sie sonst nichts zu tun haben oder
nichts zu tun haben dürfen. Und draußen tobt der Mob, der will sie
anzünden.“

Zu seinem Telefonat mit Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte
Schweiger, dass dem Gespräch Taten folgen sollen. Er wolle mit dem
Politiker Flüchtlingsheime besuchen und sich weiterhin engagieren. Er
wolle, dass Flüchtlinge „bei uns menschenwürdig empfangen und
versorgt werden“. Früher habe er eher süße Katzenvideos gepostet,
„aber ich habe mittlerweile zu viele Bilder gesehen von Flucht und
Vertreibung, schlimme Bilder. Ich weiß ungefähr, was los ist in der
Welt. Und ich kann und werde nicht mehr wegschauen.“

Pressekontakt:
STERN – Sophie Albers Ben Chamo/ Niels Kruse: 040 3703 4283

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