Totale Erschöpfung: Wenn Familienarbeit krank macht / Müttergenesungswerk stellt Jahresauswertung 2015 vor

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87 Prozent aller Mütter, die 2015 an einer
Kurmaßnahme in einer vom Müttergenesungswerk (MGW) anerkannten Klinik
teilnahmen, litten an einem Erschöpfungssyndrom bis hin zum Burn-out.
Dies ist ein Anstieg um 3 Prozent. Auch bei Vätern dominierten diese
Gesundheitsstörungen mit fast 70 Prozent. Trotz noch geringer
Teilnehmerzahlen verzeichnet das MGW bei Männern eine stetig
wachsende Nachfrage: 2015 wuchs der Anteil an Vätern in Kurmaßnahmen
um 24 Prozent. Rund 70 Prozent aller Pflegebedürftigen werden Zuhause
gepflegt, hauptsächlich von Frauen. Ein Drittel der Pflegenden
erkrankt jedoch aufgrund der zusätzlichen Belastungen selbst.
Fachleute, aber auch Pflegende wissen nicht, dass sie einen
gesetzlichen Anspruch auf eine Kurmaßnahme zur Vorsorge oder
Rehabilitation haben. So das Fazit der diesjährigen Auswertung der
Sozialdaten, die das MGW jährlich in seinen Einrichtungen erhebt.

„Erschreckend ist die stetig wachsende Zahl von
Erschöpfungszuständen – inzwischen kommen 87 Prozent aller Mütter mit
dieser Indikation in die Klinik“, sagt die Kuratoriumsvorsitzende
Dagmar Ziegler, MdB. „Mütter und Väter leiden gleichermaßen besonders
stark unter ständigem Zeitdruck, bedingt durch Doppel- und
Dreifachbelastung. Das traditionelle Rollenmodell mit dem Mann als
Haupt- und Vollzeitverdiener stellt allerdings für Väter eine extreme
Herausforderung dar. Nahezu 60 Prozent nennt die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf als Belastung. Trotz ihrer Probleme durch den Beruf
arbeiten 52 Pro-zent der befragten Väter über 40 Stunden und mehr pro
Woche. Wenn sie dazu noch familienbezogene Aufgaben wahrnehmen,
kommen auch Männer an ihre Grenzen und werden krank“, so Ziegler
weiter.

Anne Schilling, Geschäftsführerin des MGW ergänzt: „Der
Gesundheitszustand von Frauen mittleren Alters ist auffallend
schlecht. Bei dieser Altersgruppe gibt es besonders hohe
psychosoziale Belastungen durch Haus- und Familienarbeit. Gerade in
Bezug auf pflegende Frauen besteht dringend Handlungsbedarf, denn
diese Frauen befinden sich in einer Sandwich-Position. Wir wissen,
dass bereits heute ein Viertel aller Mütter Angehörige pflegen und
wir wissen auch, dass rund ein Drittel derjenigen, die pflegen,
selbst aufgrund der zusätzlichen Belastungen erkranken. Daher bieten
die fünf Mütterkliniken, die unter dem Dach des MGW arbeiten,
Schwerpunktmaßnahmen für pflegende Frauen an. Seit 2012 gibt es mit
dem Pflegeneuausrichtungsgesetz auch einen gesetzlichen Anspruch für
alle pflegenden Frauen und Männer. Dies ist leider weder bei den
Betroffenen, noch bei Expertinnen und Experten richtig bekannt.“

Die Kuratoriumsvorsitzende betont den unterschiedlichen
Handlungsbedarf bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für
Mütter, Väter und Pflegende „Die Praxiserfahrungen zeigen, dass das
Müttergenesungswerk weiter gefordert ist, die Menschen, die
Sorgearbeit in der Familie leisten, differenziert in den Blick zu
nehmen und entsprechend dem Stiftungsauftrag konkret zu
unterstützen.“

Das Müttergenesungswerk bietet seit seiner Gründung Kurmaßnahmen
für Mütter mit besonderer mütter- und frauenspezifischer Qualität.
Mit Bildung der Zustiftung Sorgearbeit 2013 wurde dieser nachhaltig
wirkende, bundesweit einzigartige Konzeptansatz auch auf Kurmaßnahmen
für Väter und für pflegende Angehörige übertragen. 16 von 76 Kliniken
setzen bereits dieses bundesweit einzigartige väterspezifische
Konzept des MGW um.

Pressekontakt:
Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
Bettina Müller
Leitung Kommunikation und Fundraising
Bergstraße 63 – 10115 Berlin
Tel.: 030 330029-14
mueller@muettergenesungswerk.de
www.muettergenesungswerk.de

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