Trauma für Trendberuf: Bundesregierung gefährdet Altenpflege / bpa verzeichnet steigende Azubi-Zahlen in der Altenpflege / Trotzdem steht der Beruf durch die Generalistik vor dem Aus

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„In der Altenpflege steigt die Zahl der
Beschäftigten und vor allem der Auszubildenden so stark an wie in
kaum einem anderen Berufsfeld, und gleichzeitig will die
Bundesregierung den Altenpflegeberuf quasi abschaffen.“ Der
nordrhein-westfälische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater
Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Christof Beckmann, sieht durch
die aktuellen Pläne des Bundes die Fortschritte im Kampf gegen den
Fachkräftemangel in der Pflege in Gefahr.

In den letzten Jahren habe sich die Zahl der Auszubildenden in der
nordrhein-westfälischen Altenpflege fast verdoppelt, und die mit dem
bpa kooperierenden Altenpflegeschulen erwarteten in diesem Frühjahr
rund 15 Prozent mehr Anmeldungen von jungen Menschen als 2015,
berichtet Beckmann. „Hier ist in letzter Zeit eine Begeisterung für
diesen schönen und wichtigen Beruf entstanden, die durch die
Generalistik wieder erlöschen würde.“

Künftig sollen nach den Plänen des Bundes die Ausbildungen in der
Krankenpflege-, der Kinderkrankenpflege- und der Altenpflege
zusammengelegt werden. Die rot-grüne Landesregierung lehnt das
Vorhaben ab, das derzeit vom Bundestag diskutiert wird. „Hier wird
die Altenpflege zum Anhängsel der Krankenpflege gemacht“, ärgert sich
Beckmann. Die meisten Berufsstarter und Umschüler in der Altenpflege
hätten sich stattdessen sehr bewusst für diesen Beruf und seine
besondere sozialpflegerische Ausrichtung entschieden.

„Angesichts einer steigenden Zahl älterer Menschen brauchen wir
gut ausgebildete Fachkräfte, die auf die Arbeit mit hochaltrigen
Menschen und auf die Versorgung von Alterserkrankungen perfekt
vorbereitet sind. ,Generalisten–, die in drei völlig unterschiedliche
Berufe lediglich hineingeschnuppert haben, sind den speziellen
Herausforderungen in der Altenpflege nicht gewachsen“, so der
bpa-Landesvorsitzende. Die Bundesregierung müsse die Pläne für eine
übergreifende Ausbildung angesichts der breiten Kritik aus der
Branche endlich aufgeben.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
1.300 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000
Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Norbert Grote, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle
Nordrhein-Westfalen, Telefon: 0211/311 39 30, www.bpa.de

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