Türkei: „Säuberungen“ richten sich gegen humanitäre Hilfe / medico international fordert Ende der Eskalation

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Im Zusammenhang mit der Absetzung und
teilweisen Verhaftung von 28 demokratisch gewählten Bürgermeistern in
der kurdisch geprägten Südosttürkei unterliegen auch mehrere Partner
der Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico
international den behördlichen Repressionsmaßnahmen.

Diese Partner leisten seit Jahren in den kurdischen Gebieten
beiderseits der türkisch-syrischen Grenze medizinische Nothilfe. „Wir
haben mit mehreren der jetzt abgesetzten Bürgermeister und
Stadtverwaltungen eng zusammengearbeitet. Unsere lokale
Partnerorganisation Rojava-Hilfsverein wird schon seit mehreren
Wochen massiv an der Arbeit gehindert“, sagt Dr. Thomas Seibert,
Mitarbeiter von medico international. „Dringend benötigte Hilfsgüter
wurden beschlagnahmt, Konten gesperrt, Mitarbeiter wiederholt bedroht
und verhaftet.“

Die massive Behinderung der humanitären Hilfe ist umso
dramatischer, weil viele der betroffenen Gemeinden bereits in den
letzten Monaten das Ziel schwerer Militärschläge der türkischen
Streitkräfte waren. Dabei kam es unter Einsatz von Panzern und
Kampfjets zur Zerstörung ganzer Stadtviertel, mutmaßlich auch zu
Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung. Gleich im Anschluss an
die Kampfhandlungen wurden betroffene Stadtviertel weitflächig
abgerissen, ihre Bewohner zwangsweise umgesiedelt. Der Repression
gegen die kurdischen Städte in der Türkei folgten die militärischen
Angriffe der türkischen Armee auf die kurdischen Gebiete in Syrien.

Ganz offensichtlich setze Ankara durch die systematische
Eskalation der Gewalt auf einen offenen Bürgerkrieg gegen die
kurdischen Bevölkerung, so Seibert.

Weitere Informationen zur Lage und der Arbeit der medico-Partner
vor Ort:

– Nicht einmal Ruinen bleiben:
https://www.medico.de/nicht-einmal-ruinen-bleiben-16538/
– Illiberale Demokratie oder Faschismus in der Türkei?:
http://ots.de/rvGZl
– Hilfe gegen Willkür und Vertreibung in der Türkei:
http://ots.de/2qLHR /

Für Nachfragen und Interviewwünsche:

– Dr. Thomas Seibert, Menschenrechtsreferent: Tel. 069/94438-36 oder
seibert@medico.de

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