Tut mehr Gutes! Wie Deutschland zum Top-Standort für Social Entrepreneurship wird

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Sieben Thesen für mehr Social Start-ups: Prof. Dr.
Andreas Heinecke, Sozialunternehmer und Fachbeirat des Wettbewerbs
„Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ erklärt, was getan werden
muss, um Deutschland noch attraktiver für Social Entrepreneure zu
machen.

Nie war der Bedarf an sozialen Innovationen so hoch wie heute.
Neben etablierten Wohlfahrtsverbänden entwickeln auch viele Social
Start-ups neue Lösungen für aktuelle gesellschaftliche
Herausforderungen. Dass sich Gemeinnützigkeit und Wirtschaftlichkeit
widersprechen, ist laut Prof. Dr. Andreas Heinecke ein überholter
Gedanke. Der Gründer der Dialogue Social Enterprise ist Fachbeirat
des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. 2016
prämieren die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die
Deutsche Bank Projekte, die den Mehrwert gemeinschaftlichen Handelns
aufzeigen. Was getan werden muss, um Social Entrepreneure wie ihn in
Deutschland besser zu fördern, erklärt Andreas Heinecke in sieben
Thesen:

1. Social Enterprises finanziell entlasten

In Deutschland wird strikt zwischen wirtschaftlichem und
gemeinwohlorientiertem Handeln unterschieden. Dadurch sind Social
Enterprises mit einem unternehmerischen Modell benachteiligt. Anders
als gemeinnützige Organisationen haben sie keine steuerlichen
Vorteile. Die Finanzpolitik sollte hier angepasst werden, etwa nach
dem Vorbild Großbritanniens. Dort wurde mit den sogenannten
„Community Interest Companies“ eine Mischform von gemeinnütziger und
kommerzieller Tätigkeit gefunden, die Sozialunternehmen zwar nicht
steuerlich begünstigt, aber finanziell entlastet.

2. Umdenken: Profit ist nicht nur Gewinnmaximierung

Wer einen Blick auf die aktuellen globalen Herausforderungen von
Flüchtlingssituation bis Klimawandel wirft, dem wird schnell klar:
Wir können nicht mehr so weitermachen wie bisher. Heutzutage müssen
Wirtschaft und Politik Erfolg anders definieren. Profit ist nicht nur
Gewinnmaximierung. Ein soziales Unternehmen hat nicht die Ambition,
das große Geld zu machen, schafft aber einen enormen
gesellschaftlichen Mehrwert, den man auch als Profit bezeichnen muss.
Wie dieses Umdenken vorangetrieben werden kann, zeigen etwa die Dow
Jones Nachhaltigkeits-Indizes, die auch die soziale und ethische
Performance von Unternehmen berücksichtigen.

3. Weniger Silodenken, mehr Offenheit

Sozialunternehmen sind oftmals isoliert, Kooperationen mit den
großen Flaggschiffen der Freien Wohlfahrtspflege finden kaum statt.
Das liegt unter anderem an den sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen:
Ideen, die Social Start-ups schnell und unkompliziert umsetzen
können, bedeuten für Verbände oft einen hohen Verwaltungsaufwand, für
den sie viel Vorlauf brauchen. Sozialunternehmer werden dagegen als
chaotische Weltverbesserer wahrgenommen, die nur Unruhe in die
Prozesse der Verbände bringen. Dieses Silodenken muss überwunden
werden. Große Träger wie die Caritas oder die AWO verfügen über
finanzielle Sicherheit und können von der Innovationskraft der
Sozialunternehmen profitieren.

4. „Made in Germany“ zum Gütesiegel für soziale Innovationen
machen

„Deutschland steht für mehr als Maschinen, Autos und Pharma. Der
Wettbewerb –Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen– zeigt 2016, dass
hierzulande neben technischen auch viele soziale Innovationen
entwickelt werden. Diese sollten ebenfalls klar unter das bekannte
Gütesiegel –made in Germany– gestellt werden. Im Idealfall sollte
Frau Merkel persönlich dafür werben, dass die deutsche Wirtschaft
nicht nur für Industrie, sondern auch für den Export gemeinnütziger
Ideen und Projekte steht.“

5. Kein Kopierschutz für gute Ideen

Ein gutes Sozialunternehmen ist Impulsgeber und Trendsetter.
Erfolg misst sich nicht am finanziellen Ertrag, sondern am sozialen
Mehrwert. Das hat der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger
Muhammad Yunus auch in seinen sieben Grundsätzen des Social Business
festgelegt. Konkurrenz- und Besitzstandsdenken müssen überwunden
werden und Ideen, die tragen, müssen multipliziert werden. Das geht
über den gängigen Ansatz des Wirtschaftens hinaus.

6. Scheitern macht schlau

Man wird in Deutschland stigmatisiert, wenn man scheitert. Das ist
in vielen Ländern anders – in den USA zum Beispiel gehört Scheitern
zum Geschäft. Es fehlt eine Kultur des offenen Umgangs mit Pleiten,
Pech und Pannen. Der Lernerfolg, der aus einer überwundenen Krise
rührt, wird völlig unterschätzt.

7. Senior-Gründer an die Macht

In der Social-Start-up-Szene lässt sich ein Trend beobachten:
Immer mehr ältere Menschen starten noch eine Karriere als Gründer.
Das zeigen etwa Netzwerke wie Gründer 50+ oder MASTERhora. Dieses
Potenzial sollten wir unbedingt nutzen. Die vielen Babyboomer, die
jetzt auf den Ruhestand zusteuern, haben Zeit, Geld und Erfahrung.
Das sind optimale Voraussetzungen. Zudem ist diese Generation gut
ausgebildet und mit der Mentalität aufgewachsen, sich für andere zu
engagieren.

Über Deutschlands Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im
Land der Ideen“

„NachbarschafftInnovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell“: Unter
diesem Motto steht der Wettbewerb 2016. Die Initiative „Deutschland –
Land der Ideen“ und die Deutsche Bank würdigen bundesweit die 100
besten Projekte, die den Mehrwert und das Potenzial
gemeinschaftlichen Handelns für die Gesellschaft aufzeigen, ob in
Unternehmenskooperationen, wissenschaftlichen Netzwerken oder
Nachbarschaftsinitiativen. Die diesjährigen Preisträger wurden am 31.
Mai verkündet. Mehr Infos auf www.ausgezeichnete-orte.de

Pressekontakt:
Pressebüro
Harry Olschok und Marie Scheffer
Tel.: +49/030 7261 46 -711 | -781
Mail: presse-LdI@fischerappelt.de
www.ausgezeichnete-orte.de
www.deutsche-bank.de/ideen

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