Über Vierzigtausend demonstrieren Hand in Hand gegen Rassismus / Menschenketten in Bochum, Berlin, Hamburg, Leipzig und München setzen starkes Zeichen

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Hand in Hand standen gestern und heute Menschen in
fünf deutschen Großstädten und zahlreichen weiteren Orten. In Berlin,
Bochum, Leipzig und München verbanden bis 16:00 über 33 000
Demonstranten mit kilometerlangen Menschenketten kirchliche und
soziale Einrichtungen, Flüchtlingsunterkünfte, Kulturstätten und
Rathäuser. Mit weiteren Menschenketten in Hamburg und andernorts wird
eine bundesweite Gesamtzahl von vierzigtausend erwartet. Die
Veranstalter werten dies als starkes Signal gegen Rassismus und für
ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland.

In Berlin bildeten am Sonntag neuntausend Menschen eine bunte, 6,5
Kilometer lange Menschenkette von Kreuzberg bis zum Roten Rathaus.
Zahlreiche Prominente reihten sich ein, darunter Landesbischof Markus
Dröge und Barbara John, die Vorstandsvorsitzende des Paritätischen
Berlin. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sprach auf dem
Oranienplatz: „Die große Mehrheit in Deutschland steht für
Weltoffenheit und Menschlichkeit, nicht für dumpfen Rassismus. Wir
haben es heute bewiesen, und werden es immer wieder beweisen – mit
unserer täglichen Unterstützung für die Geflüchteten, ob Zuhause oder
im Betrieb.“

Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL, verurteilte die
europäische Flüchtlingspolitik: „Europa macht die Grenzen dicht und
verrät die Menschenrechte von Flüchtlingen. Man handelt in der
irrigen Annahme, dadurch Rassisten im Zaum zu halten. Der Versuch der
Abriegelung Europas gegen Flüchtlinge, ein Europa der Zäune, ist aber
Wasser auf die Mühlen der Rassisten.“

In einem großen Kreis durch die Innenstadt verknüpfte die
Menschenkette in München mit sechstausend Teilnehmern trotz
strömenden Regens die israelische Kultusgemeinde, das Forum für
Islam, zwei Kirchen, das Flüchtlingszentrum Bellevue di Monaco und
das schwule Kommunikationszentrum Sub. Bei der Auftaktkundgebung am
Stachus erklärte Günter Metzges, Geschäftsführender Vorstand der
Bürgerbewegung Campact: „Wir wollen in einem Land leben, in dem sich
niemand vor rechter Hetze und Gewalt fürchten muss. Wir wollen eine
Politik, die Schutzsuchende nicht ertrinken lässt, sondern schützt.
Dafür kämpfen wir mit den Menschenketten.“

In Leipzig verband eine drei Kilometer lange Menschenkette lokale
Moscheen, das Gewandhaus, Oper, Universität, Nikolaikirche, und das
Synagogenmahnmal. Auch zahlreiche Motorradfahrer nahmen mit einem
Motorradkorso auf Einladung des MC Kuhle Wampe teil. Auf der
Abschlußkundgebung auf dem Brückenfest 2.0 erklärte Julia Duchrow von
Brot für die Welt: „Die Bundesregierung muss endlich die Ursachen für
Flucht wie Rüstungsexporte in Krisenländer angehen. Sie darf die
Kontrolle von Migration nicht auf Staaten wie Eritrea oder Ägypten
abwälzen, die mit ihren Menschenrechtsverletzungen selbst
Fluchtursachen schaffen.“

Für den Abend werden in Hamburg Tausende zu einer Menschenkette
erwartet, die die Hauptkirche St. Petri mit der Al Nour Moschee und
der jüdischen Gemeinde verbindet.

Bereits am Samstag hatte sich der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske
vor 8 500 Menschen in Bochum dafür ausgesprochen, gemeinsam mit den
Arbeitgebern die Voraussetzungen für ein Integrationsjahr für
Flüchtlinge zu schaffen, wie es auch die IG Metall fordert. „Für den
sozialen Frieden ist es elementar wichtig, dass diejenigen, die im
Niedriglohnbereich arbeiten, nicht das Gefühl bekommen, dass
Flüchtlinge ihre Arbeitsbedingungen weiter verschlechtern“, so
Bsirske.

Neben den fünf Großstädten demonstrierten auch in sechzehn
weiteren Städten – darunter Bonn, Karlsruhe, Münster und Osnabrück
mehrere Tausend Menschen gegen Rassismus, für Menschenrechte und
Vielfalt.

Hinweise:
Weitere Zitate des Trägerkreises:
https://blog.campact.de/wp-content/uploads/2016/06/Zitate.pdf

Pressefotos:
http://www.flickr.com/groups/handinhandgegenrassismus/

Kampagnenseite:
www.hand-in-hand-gegen-rassismus.de

Zum Trägerkreis des Bündnisses gehören:

Amnesty International Deutschland, Brot für die Welt, Campact, Der
Paritätische, Deutscher Gewerkschaftsbund, Diakonie Deutschland,
Lesben- und Schwulenverband Deutschlands, Misereor, NaturFreunde
Deutschlands, Oxfam, Pro Asyl, Union progressiver Juden in
Deutschland, Venro, Zentralrat der Muslime in Deutschland.

Unterstützende Organisationen:

AWO Arbeiterwohlfahrt, Attac, Bundesverband Deutsche Tafel,
Dachverband der Migrantinnenorganisationen, Deutscher Frauenrat,
Deutscher Kulturrat, Deutsches Kinderhilfswerk, Flüchtlingsrat
Mecklenburg-Vorpommern, Humanistische Union, Interkultureller Rat in
Deutschland, IPPNW Hamburg, Islamrat für die Bundesrepublik
Deutschland, Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland,
Liberal-Islamischer Bund, medica mondiale, München ist bunt, Stiftung
für die internationalen Wochen gegen Rassismus, terre des hommes
Deutschland.

Das Bündnis wurde initiiert von:

Amnesty International Deutschland, Campact, NaturFreunde
Deutschlands, Pro Asyl.

Pressekontakte:

Amnesty International
(030) 420 24 83 06 | presse@amnesty.de
(am So nur per E-Mail)

Campact
(04231) 95 75 90 | presse@campact.de
(auch am So telefonisch erreichbar)

NaturFreunde Deutschlands
(030) 29 77 32 65 | presse@naturfreunde.de

PRO ASYL
(069) 24 23 14 30 | presse@proasyl.de
(am So nur per E-Mail)

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