Ukrainischer Präsident Poroschenko im stern: Europa wird der Ukraine seine Türen öffnen

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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko geht
fest davon aus, dass die Ukrainer im nächsten Jahr Visa-frei in die
Europäische Union einreisen können. „Das ist versprochen“, sagt er in
einem Interview mit dem stern, das an diesem Donnerstag erscheint.
„Europa wird der Ukraine seine Türen öffnen.“

In fünf bis sechs Jahren wolle sich das Land um eine
Mitgliedschaft in der EU bewerben. Die Ukraine gehöre schließlich zu
Europa und in Zukunft in die Europäische Union. „Europa ist unsere
nationale Idee geworden“, sagt Poroschenko. Für tiefgreifende und
kostspielige Reformen sei die Ukraine bereit. Es sei jedoch nicht
einfach, ein Land zu reformieren, das sich im Krieg befinde.

Den russischen Präsidenten Wladimir Putin beschuldigt Poroschenko,
den Krieg in der Ostukraine weiterzutreiben. An einem Frieden sei
Russland nicht interessiert. Putin gehe es in der Ukraine um einen
„schwelenden Konflikt“, der die Ukraine dauerhaft destabilisieren
solle. Den Grund dafür sieht Poroschenko in der russischen
Innenpolitik. „Der Konflikt soll Putins Land zusammenhalten und
konsolidieren“, so Poroschenko im stern. „Putin kann die Folgen
seiner gesamten Politik auf den Ukraine-Konflikt und die Sanktionen
des Westens schieben.“

Wenn in diesem Oktober in den umkämpften Gebieten Donezk und
Luhansk nach ukrainischem Gesetz gewählt werde, sei er bereit, mit
den gewählten Vertretern in den Dialog zu treten, sagte Poroschenko.
Sollten die Separatisten jedoch, wie derzeit geplant, eigenständig
Kommunalwahlen durchführen, werde dies die Lage verschärfen. „Ich
hasse die Vorstellung, über die Zukunft meines Landes nicht mit
Landsleuten zu sprechen, sondern mit Vertretern eines fremden
Staates“, so Poroschenko. Derzeit seien dort „russische Marionetten“
an der Macht.

Um dauerhaften Frieden zu erreichen, müsse Russland seine Waffen
abziehen. Um weitere Waffentransporte aus Russland zu verhindern
solle zudem die Grenze zwischen der Ukraine und Russland geschlossen
werden. „Sobald keine Waffen, Soldaten, Munition mehr ins Land
geschafft werden, haben wir sofort Frieden“, sagt Poroschenko dem
stern.

Zu der Wirtschaftskrise seines Landes sagt der Präsident, die
Ukraine sei kein zweites Griechenland. Seit die Ukraine eine fällige
Kredittranche über 120 Millionen Dollar vergangene Woche in letzter
Minute begleichen konnte, sei die Frage der Zahlungsunfähigkeit vom
Tisch.

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:
Sabine Grüngreiff, stern-Unternehmenskommunikation, 040/3703 2468

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