Umfassende Sporthilfe-Förderung für deutsche Olympia-Starter

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Zahlen und Fakten zu den von der
Deutschen Sporthilfe unterstützten Athleten in Rio de Janeiro

92 Prozent der deutschen Olympiastarter 2016 in Rio de Janeiro
sind im Laufe ihrer Karriere von der Deutschen Sporthilfe gefördert
worden oder werden bis heute unterstützt. Unter den 423 Athleten sind
362 aktuell geförderte Sportler und 29 ehemals Geförderte. 32
Athleten wurden nie durch die Deutsche Sporthilfe gefördert, darunter
die Tennis- und Golfspieler sowie das Fußball-Team der Männer.

Die Deutsche Sporthilfe hat nach London 2012 mit Blick auf die nun
beginnenden Spiele in Rio ihr Fördersystem neu konzipiert, um gerade
durch die Elite-Programme eine optimale Leistungsförderung zu
verbinden mit Perspektiven für die Zeit nach der sportlichen
Karriere. Dahinter steht die Philosophie, dass die Entscheidung für
eine Leistungssportkarriere und die Konzentration auf den
Karrierehöhepunkt Olympische Spiele nicht zu Nachteilen in Ausbildung
und späterem Berufsleben mit entsprechenden existenziellen
finanziellen Risiken führen darf.

„Die Förderung durch die Deutsche Sporthilfe ist für viele
Athleten ein bedeutender Baustein, um erfolgreich ihren Sport ausüben
und Weltklasseleistungen erbringen zu können“, sagt Dr. Michael
Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Sporthilfe. „Wir
übernehmen langfristig Verantwortung. Unser Förderkonzept beruht auf
der festen Überzeugung, dass wir die Leistungs- und
Persönlichkeitsentwicklung eines Talents über viele Jahre fördern und
auch nach dem sportlichen Karriereende bis zum potentialgerechten
Einstieg in einen Beruf konstruktiv begleiten müssen. Das ist aus
unserer Sicht langfristig ein entscheidender Beitrag für den echten
Sport und gegen Verfehlungen. Leistung ist die Essenz und das Ziel im
Leistungssport, aber das weitere Leben eines Athleten darf nicht
alleine von einem Medaillengewinn abhängen.“

Neben den finanziellen Förderleistungen steht eine ebenso
wertvolle ideelle Förderstruktur zur Verfügung, um zusammen mit der
deutschen Wirtschaft die Zusammenarbeit mit Mentoren, den Zugang zu
Praktika oder Bewerbungsprozessen sowie die Teilnahme am Sporthilfe
Elite-Forum mit herausragenden Persönlichkeiten zu ermöglichen. Rund
150 Unternehmen beteiligen sich bereits an dem Modell. Daneben haben
die besten Athleten die Chance auf Stipendien, um während aber auch
nach dem Sport die berufliche Karriere voranzutreiben.

„In den vergangenen vier Jahren haben wir mit Wirtschaft und
Politik unter dem Namen –Sprungbrett Zukunft– ein Modell entwickelt,
das weltweit einzigartig und schon von Bundeskanzlerin Merkel
gewürdigt worden ist. Nur ein Beispiel: Von den derzeit 140 Mentees
unter den geförderten Athleten haben es 37 ins Olympiateam geschafft.
Diese Unterstützung wird – wie viele andere Maßnahmen – auch nach dem
Ende der sportlichen Laufbahn gewährt, um den Übergang in den Beruf
zu gestalten. Gute Voraussetzungen, sich sportliche wie berufliche
Träume zu erfüllen“, so Michael Ilgner.

Die finanzielle Gesamtförderung der von der Deutschen Sporthilfe
unterstützten Athleten im Olympiateam 2016 beträgt bislang über 14,3
Millionen Euro. Die durchschnittliche Förderdauer eines Athleten des
deutschen Rio-Teams beträgt 8 Jahre und 8 Monate – in Sydney 2000 lag
dieser Wert bei 7 Jahren und 11 Monaten. 10 Jahre und länger in der
Förderung sind aktuell 147 Sportler, das sind rund 41 Prozent der
Geförderten im Olympiateam.

Die längste Förderhistorie der deutschen Olympiateilnehmer hat
Ingrid Klimke (Reiten/Vielseitigkeit) mit 23 Jahren und 7 Monaten in
der Förderung, gefolgt von Marcel Hacker (Rudern) mit 21 Jahren und 7
Monaten sowie Andreas Löw (Sportschießen), Ronald Rauhe (Kanu
Rennsport) und Sabine Spitz (Rad/Mountainbike) mit jeweils 19 Jahren
und 7 Monaten. Im Schnitt werden Sportler mehr als zwei Olympiaden
lang gefördert, bevor sie Medaillengewinner werden.

Die Förderprogramme der Deutschen Sporthilfe

Ein wesentlicher Bestandteil des Förderkonzepts ist „ElitePlus“,
mit dem Ziel, die finanziellen Rahmenbedingungen während der direkten
Olympiavorbereitung zu verbessern. Aussichtsreiche
Medaillenkandidaten außerhalb der Sportförderung staatlicher
Institutionen (Bundeswehr o.ä.) wurde damit ermöglicht, den
Trainings- und Wettkampfmaßnahmen oberste Priorität einzuräumen,
indem sie für maximal achtzehn Monate vor den Olympischen Spielen mit
einer regelmäßigen Monatszahlung von 1.500 Euro unterstützt wurden.
In dieser höchsten Förderstufe der Deutschen Sporthilfe befinden sich
42 Athleten des aktuellen Olympiateams (von ursprünglich 48 haben
sich somit über 87 Prozent für Rio qualifiziert), darunter Ringerin
Aline Focken, Schwimmer Marco Koch, Mitglieder des
Deutschlandachters, Fünfkämpferin Lena Schöneborn und Speerwerferin
Linda Stahl. ElitePlus hatte sich erstmals in London 2012 bewährt,
als 33 qualifizierte Athleten 19 Medaillen gewannen. Finanziell wird
das erfolgreiche Programm bereits seit 2011 von der
PricewaterhouseCoopers AG (PwC) unterstützt. Die Fördersumme in den
zurückliegenden 18 Monaten vor den Spielen in Rio liegt bei über 1
Million Euro.

Angelehnt an ElitePlus ist die Förderung der
Hockey-Herrennationalmannschaft in den Monaten vor Rio als Teil der
„Teamsportförderung der Deutschen Sporthilfe“, die von der Deutschen
Telekom finanziert wird. Ziel ist hier eine bessere Vorbereitung für
die Sporttalente in Sporthilfe-geförderten Mannschaftssportarten. So
erhalten sie die Chance, sich im Team an der Weltspitze zu
etablieren. In der Vorbereitung auf die Spiele in Rio profitieren
die Hockey-Herrennationalspieler mit rund 290.000 Euro von diesem
Programm. Sie sind Olympiasieger von Peking 2008 und London 2012.

Effektives Instrument ist auch die Eliteförderung der Deutschen
Sporthilfe, die durch Mercedes-Benz ermöglicht wird. Hier werden
weitere Spitzenathleten intensiv finanziell unterstützt, die ihre
Medaillenperspektive bei vorangegangenen Olympischen Spielen oder
Weltmeisterschaften unter Beweis gestellt haben. Die Höhe der
monatlichen Zahlung orientiert sich an der Platzierung beim
zurückliegenden Jahreshöhepunkt und reicht von 400 Euro (bei Platz 4
bis 6), über 500 Euro (Platz 3) und 600 Euro (Platz 2) bis 800 Euro
(Platz 1). Die Analysen nach Olympischen Spielen haben gezeigt, dass
fast zwei Drittel der Elite-Sportler an dem Gewinn von Olympischen
Medaillen beteiligt waren und 90 Prozent einen Finalplatz erreichten.
112 Sportler des aktuellen Olympiateams gehören in diese Kategorie,
darunter Kanute Sebastian Brendel, Segler Philipp Buhl,
Leichtathletin Gesa Felicitas Krause und die Radsportlerinnen
Kristina Vogel und Miriam Welte. Die Fördersumme in der
zurückliegenden Olympiade beträgt über 1,45 Millionen Euro.

In der Nachwuchselite-Förderung sind 35 Sportler des Olympiateams.
Athleten, die eine Medaille bei einer Junioren-Weltmeisterschaft in
einer olympischen Einzeldisziplin gewonnen haben und eine besondere
Perspektive im Hinblick auf die Olympischen Spiele haben, können für
dieses Förderprogramm von ihren Verbänden vorgeschlagen werden. Der
Förderumfang beträgt bis zu 4.000 Euro im Jahr. Die olympische
Nachwuchselite-Förderung wird von der Bundesliga-Stiftung finanziert.
Die Gesamt-Fördersumme in den vergangenen vier Jahren für die in Rio
teilnehmenden Athleten liegt bei über 377.000 Euro.

Bemerkenswert sind auch Entwicklung und Bedeutung ehemaliger
Juniorsportler des Jahres: Aus den Top Ten sind insgesamt 65 Athleten
in Rio de Janeiro dabei, darunter die Sieger Timo Boll
(1997/Tischtennis), Ronald Rauhe (1998/Kanu Rennsport), Max Levy
(2005/Rad), Shanice Craft (2012/Leichtathletik) und Laura Lindemann
(2015/Triathlon). Die Deutsche Post engagiert sich seit 2015 als
„Nationaler Förderer“ der Deutschen Sporthilfe und unterstützt
insbesondere den Nachwuchs sowie die Juniorsportler des Jahres.

Unter den 423 Rio-Startern sind auch 54 Studenten, die zusätzlich
mit monatlich 400 Euro durch das Deutsche Bank Sport-Stipendium
gefördert werden.

Die Förderzahlen nach Verbänden

Eindrucksvoll sind die Zahlen auch aus Sicht der Fachverbände. So
sind an die 35 Athleten des Deutschen Ruderverbandes in Rio de
Janeiro während ihrer Laufbahn bislang über 2 Millionen Euro
ausgeschüttet worden. Beim Deutschen Leichtathletik-Verband haben die
Geförderten unter den 89 Athleten über 1,8 Millionen Euro erhalten,
beim Deutschen Hockey-Bund gingen an 32 Athleten rund 1,5 Millionen
Euro. Es folgen der Deutsche Kanu-Verband (18 Athleten / 1,2
Millionen Euro), der Bund Deutscher Radfahrer (29 Athleten / 1,1
Millionen Euro) sowie der Deutsche Schützenbund (17 Athleten / über
800.000 Euro).

Prämienzahlungen der Deutschen Sporthilfe

Die Erfolgsprämien werden für Rio erstmals gemäß den vor den
Winterspielen 2014 beschlossenen neuen Regelungen ausgeschüttet, die
höhere, einheitliche Sätze für Olympische Spiele und Paralympics
vorsehen. Im Einzelnen werden Rio-Medaillengewinner wie folgt
prämiert: Gold 20.000 Euro, Silber 15.000 Euro, Bronze 10.000 Euro.
Honoriert wird jeweils der größte Erfolg eines geförderten Starters,
um Athleten unabhängig vom Wettkampfformat vergleichbare
Unterstützung für ihre sportliche und berufliche Karriere zu
ermöglichen. Die weitere olympische Prämienstaffelung: Platz vier
5000 Euro, Platz fünf 4000 Euro, Platz sechs 3000 Euro, Platz sieben
2000 Euro, Platz acht 1500 Euro. Prämien für Mannschafts- und
Spielsportarten sowie Staffel-Erfolge orientieren sich an der
Aufteilung, werden jedoch gesondert durch den Gutachterausschuss der
Deutschen Sporthilfe festgelegt. Die Prämien werden dann über zwölf
Monate ausgezahlt.

Pressekontakt:
Stiftung Deutsche Sporthilfe
Jörg Hahn
Otto Fleck-Schneise 8
60528 Frankfurt am Main
Tel: 069-67803 – 500
Fax: 069-67803 – 599
E-Mail: joerg.hahn@sporthilfe.de
Internet: www.sporthilfe.de

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