Umfrage: Europäer haben wenig Vertrauen in die staatliche Altersvorsorge (BILD)

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– Angst vor Altersarmut weit verbreitet

– Bürger der Krisenländer halten sich mehrheitlich für sparsam

– Deutliche Lücken in der privaten Altersvorsorge

Die Mehrheit der Europäer sorgt sich um ihre finanzielle
Absicherung im Alter und besitzt geringes Vertrauen in die staatliche
Rentenvorsorge. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage
in elf europäischen Ländern, die YouGov im Auftrag von
„Investmentfonds. Nur für alle.“, einer Initiative zahlreicher
Publikumsfondsgesellschaften, durchgeführt hat. Demnach sind 78
Prozent der gut 11.000 befragten Europäer besorgt darüber, ob der
Staat ihre Rente später noch bezahlen kann. 69 Prozent aller
Befragten gaben an, Angst vor Altersarmut zu haben. Zwar fühlt sich
mehr als die Hälfte (57 Prozent) ausreichend über die private
Altersvorsorge informiert. Eine deutliche Mehrheit von 79 Prozent ist
aber der Ansicht, mehr privat vorsorgen zu müssen, um den
individuellen Lebensstandard im Alter halten zu können. Dennoch würde
nur rund ein Viertel (27 Prozent) der europäischen Sparer
zusätzliches Einkommen für die private Altersvorsorge zurücklegen.

„Die Umfrage zeigt, dass die Angst vor Altersarmut ein
europaweites Phänomen ist“, sagte Thomas Neiße, Präsident des
deutschen Fondsverbands BVI, bei der Vorstellung der Ergebnisse in
Frankfurt. „Zugleich offenbart sie ein gestörtes Vertrauen der
Europäer in die staatlichen Vorsorgeangebote und deutliche Lücken in
der privaten Altersvorsorge“, so Neiße weiter.

Furcht vor Altersarmut in Krisenländern besonders groß

In den stark durch die Schuldenkrise betroffenen Ländern
Südeuropas ist auch die Angst vor Altersarmut besonders weit
verbreitet. In Portugal und Italien befürchten jeweils neun von zehn
Befragten Armut im Alter. In Griechenland und Frankreich fürchten
über 80 Prozent Altersarmut, in Spanien sind es fast drei Viertel (73
Prozent). Doch auch in wirtschaftsstarken Ländern sind die Bürger
stark verunsichert. So befürchten beispielsweise 63 Prozent der
Deutschen und knapp die Hälfte (45 Prozent) der Norweger Armut im
Alter. In Deutschland ist die Angst damit etwas weniger verbreitet
als im Durchschnitt aller Länder (69 Prozent).

Mehrheit der Europäer hält sich für sparsam

Mehr als die Hälfte aller Befragten (62 Prozent) sieht sich
finanziell nicht in der Lage, privat für das Alter vorzusorgen. Das
gilt vor allem für die Südeuropäer und Franzosen. Den geringsten
finanziellen Spielraum für Altersrücklagen sehen die Bürger in
Griechenland. Dort gaben 78 Prozent der Befragten an, keine private
Vorsorge leisten zu können, gefolgt von den Portugiesen (75 Prozent).
Auch in Spanien, Italien und Frankreich sind jeweils über 70 Prozent
der Befragten dieser Ansicht. Deutschland liegt mit 58 Prozent knapp
im Mittelfeld. Den meisten Spielraum sehen die Norweger: Dort gab nur
knapp die Hälfte (45 Prozent) an, keine privaten Rücklagen für die
Altersvorsorge bilden zu können.

Dabei halten sich fast alle Europäer schon jetzt mehrheitlich für
sparsam. Zwischen den einzelnen Ländern gibt es kaum Unterschiede
bezüglich der Einschätzung der eigenen Sparsamkeit. Im Schnitt gaben
drei Viertel der Befragten an, „sehr sparsam“ oder „eher sparsam“ zu
sein. In den Krisenländern Griechenland und Portugal sind 75 Prozent
beziehungsweise 81 Prozent dieser Auffassung. Die Deutschen sehen
sich mit 78 Prozent auf Platz zwei bei der Sparsamkeit, hinter den
Portugiesen. Schlusslicht sind die Spanier, die sich zu 40 Prozent
für „eher nicht“ oder „überhaupt nicht sparsam“ halten.

Die meisten Europäer würden zusätzliches Geld zurücklegen

Auch beim Sparverhalten liegen die Europäer eng beieinander. Wenn
sie 100 Euro mehr im Monat zur Verfügung hätten, würde die Mehrheit
der Befragten (65 Prozent) das Geld „eher sparen“. Das sagten vor
allem die Portugiesen (79 Prozent), die Norweger (72 Prozent) und die
Niederländer (70 Prozent). In Deutschland würden dagegen 42 Prozent
das zusätzliche Einkommen „eher ausgeben“.

Von allen Befragten, die zusätzliches Geld eher ausgeben würden,
würde fast die Hälfte (48 Prozent) laufende Kosten decken. Von den
Sparwilligen würde mehr als die Hälfte (57 Prozent) das Geld für eine
größere notwendige Anschaffung zurücklegen. Nur rund ein Viertel (27
Prozent) würde es dagegen für die private Altersvorsorge sparen.
Jeder Fünfte (22 Prozent) wäre allerdings bereit, zusätzliches Geld
für Gesundheits- und Pflegekosten anzusparen. Wer diese Ersparnisse
ebenfalls der Altersvorsorge zurechnet, erkennt eine deutlich höhere
Bereitschaft, private Rücklagen für das Alter zu bilden.

Zukunftserwartungen spiegeln die aktuelle wirtschaftliche Lage
wider

Allerdings dürfte zusätzliche private Vorsorge auch zukünftig
vielen Bürgern schwer fallen. Denn eine „ausgezeichnete“ oder „gute“
Wirtschaftsentwicklung erwarten im Schnitt nur rund 30 Prozent aller
Europäer. Die Bürger der südeuropäischen Staaten sind am
pessimistischsten: In Portugal und Griechenland erwarten neun von
zehn Befragten, dass sich die Wirtschaft ihres Landes in den nächsten
drei Jahren nur „mittelmäßig“ bis „schlecht“ entwickeln wird. Auch
die Italiener und Spanier zeigen sich mehrheitlich skeptisch zur
zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Ähnlich pessimistisch
äußern sich die Niederländer und Engländer. Positiver blicken die
Deutschen, die Schweizer und die Österreicher in die Zukunft. Am
optimistischsten sind die Norweger. Von ihnen gehen 78 Prozent von
einer ausgezeichneten bis guten Entwicklung ihrer heimischen
Wirtschaft aus.

Über die Umfrage

Im Auftrag der Initiative „Investmentfonds. Nur für alle.“
ermittelte das internationale Marktforschungsinstitut YouGov
Deutschland AG den Umgang und die Einstellung der Europäer zu den
Themen Geld, Sparen, Finanzbildung und private Altersvorsorge. Dafür
befragte YouGov per Online-Fragebogen insgesamt 11.268 Teilnehmer aus
11 europäischen Ländern (Deutschland, England, Frankreich,
Griechenland, Italien, Norwegen, Niederlande, Österreich, Portugal,
Schweiz, Spanien). Um repräsentative Ergebnisse zu erzielen, wurden
mindestens 1000 Teilnehmer pro Land befragt. YouGov erhob die Daten
vom 4. Februar bis zum 26. Februar 2013.

Über „Investmentfonds. Nur für alle.“

„Investmentfonds. Nur für alle.“ ist eine im Oktober 2010
gestartete Initiative der deutschen Publikumsfondsgesellschaften. Sie
hat zum Ziel, über Fonds zu informieren und zu zeigen, was sie
wirklich sind: Eine Geldanlage, die sich für alle eignet – unabhängig
von Anlagetyp, Lebenssituation und Zukunftsplan. Finanzberater
unterstützt die Initiative unter anderem mit einer Online-
Wissensplattform mit anbieterneutralen Informationen und Tools zum
Sparen mit Investmentfonds. Aktuelle Informationen finden Sparer und
Berater unter anderem auf der Internetseite www.nur-fuer-alle.de
sowie auf Facebook (www.facebook.com/nurfueralle), Twitter
(www.twitter.com/nur_fuer_alle) und auf einem eigenen YouTube-Kanal
(www.youtube.com/nurfueralle).

Ihr Ansprechpartner:
BVI
Frank Schöndorf
Tel. 069 154090-240

fischerAppelt, advisors
Stefanie Dülks
Tel. 040 899699-988

presse@nur-fuer-alle.de

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