Umfrage: Jeder Vierte würde zum Online-Arzt gehen

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Jeder Vierte könnte sich vorstellen, bei einem
Internet-Arzt eine zweite Meinung einzuholen. Im Alltag nehmen bisher
jedoch nur wenige Patienten den Doktor im Netz in Anspruch. Das ergab
eine aktuelle Umfrage [1] im Auftrag der Deutschen Bank und der
Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

Die Zahl der Ärzte auf dem Land sinkt in vielen Regionen:
Telemedizin lautet für viele deshalb der Schlüssel zu einer
gesicherten medizinischen Versorgung. Eine aktuelle Umfrage von TNS
Infratest im Auftrag der Deutschen Bank und der Initiative
„Deutschland – Land der Ideen“ zeigt jedoch: Bei der Nutzung von
telemedizinischen Anwendungen klaffen Wunsch und Wirklichkeit stark
auseinander. So nutzen bisher nur zwei Prozent der Befragten ab 14
Jahre die Möglichkeit, eine zweite Meinung beim Online-Arzt
einzuholen, 25 Prozent können es sich jedoch vorstellen. Und erst ein
Prozent hat bisher persönliche Gesundheitsdaten wie den Blutdruck
automatisch messen lassen und digital an den Arzt übermittelt – 46
Prozent wären jedoch dazu bereit.

15 Prozent bestellen Medikamente im Internet

Auch bei anderen digitalen Gesundheitsangeboten sind die Menschen
in Deutschland eher zurückhaltend. Laut Umfrage bestellen 15 Prozent
der Befragten Medikamente überwiegend online – 25 Prozent würden das
in Zukunft tun. Arzttermine vereinbaren bisher nur sieben Prozent im
Netz, aber 47 Prozent können es sich vorstellen. „Der Markt für
E-Health-Angebote wächst in bestimmten Segmenten stark, etwa für
Fitnessapps“, sagt Guido Ketschau vom i3-Life Sciences Cluster
Nordwest, einem Netzwerk aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen,
das Dienstleistungen im Bereich Diagnostik sowie Analytik entwickelt.
In anderen Bereichen gäbe es jedoch noch Nachholbedarf: „Damit
künftig das Potenzial von E-Health-Lösungen stärker ausgenutzt werden
kann, muss der Datenschutz verbessert und die Infrastruktur ausgebaut
werden.“ Digitale Dienstleistungen wie Online-Sprechstunden müssten
als kassenärztliche Leistung anerkannt sein. Bereits vorhandene
Ansätze und Ideen sollten darüber hinaus stärker bekannt gemacht
werden und flächendeckend zum Einsatz kommen, so Ketschau.

Spezialdiagnostik aus der Ferne

Besonders großes Potenzial für die elektronischen
Gesundheitshelfer sieht Ketschau im Bereich Prävention und Vorsorge.
Angebote wie Online-Sprechstunden seien zudem gut geeignet, um
chronisch Kranke oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
medizinisch zu betreuen, etwa indem Gesundheitsdaten wie der
Blutdruck via Internet an den betreuenden Arzt übermittelt werden.
„Erfolgt auch die molekularbiologische Diagnostik per App, können
sich Patienten auf dem Land künftig den Weg zum spezialisierten
Fachlabor sparen“, sagt Ketschau.

Frühwarnsystem für Grippeviren

Im i3-Life Sciences Cluster Nordwest entwickeln derzeit
Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam ein solches
Projekt, das vom Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“
vor Kurzem prämiert wurde. Die Idee dahinter: Um beispielsweise den
eigenen Speichel auf bestimmte Keime testen zu lassen, kann der
Patient künftig zu seinem Hausarzt oder Apotheker gehen. Dieser
verfügt über die Möglichkeit, vor Ort einen molekularbiologischen
Test zu machen. Die Auswertung erfolgt anschließend mithilfe einer
App: Online wird das digitalisierte Abbild der Untersuchung per
Smartphone verschickt und mit einer Datenbank abgeglichen. Das
Ergebnis erhält der Arzt ebenfalls digital. Ketschau: „Kommen solche
Untersuchungen eines Tages deutschlandweit zum Einsatz, könnte es
möglich sein, beispielsweise ein Vorwarnsystem zu entwickeln, das
anzeigt, wo die Belastung mit Grippeviren besonders hoch ist.“

Über Deutschlands Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im
Land der Ideen“

„NachbarschafftInnovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell“: Unter
diesem Motto steht der Wettbewerb 2016. Die Initiative „Deutschland –
Land der Ideen“ und die Deutsche Bank würdigen bundesweit die 100
besten Projekte, die den Mehrwert und das Potenzial
gemeinschaftlichen Handelns für die Gesellschaft aufzeigen, ob in
wissenschaftlichen Netzwerken, Nachbarschaftsinitiativen oder
Unternehmenskooperationen. Die diesjährigen Preisträger wurden am 31.
Mai verkündet. Mehr Infos auf www.ausgezeichnete-orte.de

[1] Umfrage von TNS Infratest im März 2016 unter 1.002
Bundesbürgern über 14 Jahre

Pressekontakt:
Redaktionelle Rückfragen beantworten:
Harry Olschok und Marie Scheffer
Tel.: +49/030 7261 46 -711 | -781
Mail: presse-LdI@fischerappelt.de

www.ausgezeichnete-orte.de
www.deutsche-bank.de/ideen

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