Umweltverbände fordern EU-Naturschutzfonds / Finanznot bedroht Europas Naturerbe: 15 Milliarden Euro jährlich gefordert

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Anlässlich des 33. Deutschen Naturschutztages in
Magdeburg veröffentlichen die Umweltverbände BUND, DNR, NABU und WWF
und der Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) einen
detaillierten Forderungskatalog an Länder, Bund und EU zur
vollständigen Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien. Insbesondere
schlagen die Verbände die Schaffung eines eigenen EU-Naturschutzfonds
vor, mit dem Schutz- und Pflegemaßnahmen in den über 27.000
europäischen Natura-2000-Gebieten, Artenhilfsprogramme und weitere
Maßnahmen für die biologische Vielfalt umgesetzt werden können.

Eine Neuausrichtung der EU-Finanzierung für den Naturschutz ist
notwendig, weil „der derzeit verfolgte –integrierte Ansatz– der
EU-Naturschutzförderung, bei dem die Mitgliedstaaten aus
verschiedenen EU-Fonds die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen
sollen, gescheitert ist“, so die einhellige Meinung der fünf
Verbände in ihrem Forderungspapier. Nach Schätzungen der
EU-Kommission wurden in der Förderperiode 2007 bis 2013 lediglich 20
Prozent der Natura-2000-Kosten, die auf sechs bis zehn Milliarden
Euro geschätzt werden, mit EU-Mitteln aus den Bereichen
Landwirtschaft, Regionalförderung oder Fischerei gedeckt. Da auch in
den nächsten Jahren keine Verbesserung in Sicht ist, fordern die
Umweltverbände zu Beginn der Debatte über die nächste
EU-Haushaltsperiode 2021-2027 neue Wege zu gehen und verbindliche
Mittel für den Naturschutz festzuschreiben.

Die Verbände fordern, dass die EU jährlich mindestens 12 bis 15
Milliarden Euro für den Naturschutz bereitstellt. Dies entspricht im
Umfang etwa den sogenannten „Greening-Zahlungen“ aus der ersten Säule
der EU-Agrarpolitik, die durch gezielte Landbewirtschaftungsmethoden
den Klima- und Umweltschutz fördern sollen, nach Ansicht der Verbände
jedoch weitgehend wirkungslos für die Umwelt bleiben. Unter dem neuen
System könnten beispielsweise die Naturschutzleistungen von
Landwirten, die Naturschutzmaßnahmen umsetzen, gezielter und besser
honoriert werden.

Darüber hinaus verlangen die Umweltverbände von der EU-Kommission
eine sofortige Entscheidung zur Beibehaltung der
EU-Naturschutzrichtlinien. Der sogenannte Fitness-Check der
EU-Naturschutzrichtlinien ergab, dass dieser Rechtsrahmen effektiv,
effizient und modern ist. Dennoch schiebt die Kommission eine
Entscheidung über den Fortbestand der Richtlinien „auf die lange
Bank“.

Das Forderungspapier als pdf zum Download: www.nabu.de/imperia/md/
content/nabude/europa/160914-verbaende-forderung-eu-naturschutzrichtl
inien.pdf

Weitere Informationen:

BUND: www.bund.net/natura2000

NABU: www.nabu.de/naturschaetze

WWF: www.wwf.de/themen-projekte/biologische-vielfalt/reichtum-der
-natur/fitness-check/

Pressekontakt:
BBN: Klaus Werk, stellvertretender Vorsitzender:
klaus.werk@werk-home.de, 067/22 502 769
BUND: Dr. Christine Margraf, Bundesarbeitskreis Naturschutz:
christine.margraf@bund-naturschutz.de, 089/54 829 863
DNR: Bjela Vossen, Leiterin DNR EU-Koordination: bjela.vossen@dnr.de,
030/678 177 585
NABU: Konstantin Kreiser, Leiter Globale & EU-Naturschutzpolitik:
konstantin.kreiser@NABU.de, 0172-417 9730
WWF: Günter Mitlacher, Leiter Internationale Biodiversitätspolitik:
guenter.mitlacher@wwf.de, 0151-188 55 000

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