Ungarische Pflegekräfte in der deutschen Altenpflege / EU-Projekt von bpa-Mitgliedern erfolgreich beendet / Ungarische Krankenpflegeschüler treten in Kürze Stellen als Fachkraft in Deutschland an

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Mit der Aussicht auf einen festen Arbeitsvertrag
und zahlreichen Forderungen an die Politik endete jetzt ein durch die
Europäische Union gefördertes Projekt, das die Integration
ausländischer Fachkräfte in deutschen Pflegeunternehmen unterstützte.
Das Pflegeunternehmen SPPS aus Karlsruhe, Mitglied im Bundesverband
privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), hatte das Projekt initiiert
und vom 2. März bis 14. April 2013 insgesamt zwölf ungarische
Krankenpflegeschüler für ein Praktikum in fünf Karlsruher
Pflegeeinrichtungen eingeladen.

Neben SPPS waren die Paracelsus Klinik und die stationären
bpa-Mitgliedseinrichtungen „Acabelle de Fleur“, „Haus am Turmberg“
und das „Haus Edelberg“ beteiligt.

„Die Integration der ungarischen Praktikanten in die deutsche
Pflegelandschaft war ein voller Erfolg und könnte in dieser Form eine
wichtige Stütze gegen den Fachkräftemangel in Deutschland werden.
Fazit: Die medizinischen und pflegewissenschaftlichen Kenntnisse der
Krankenpflegeschüler sind sehr gut. Und auch sprachlich machten die
Ungarn schnell Fortschritte“, so Susanne Pletowski, Geschäftsführerin
von SPPS sowie Vizepräsidentin des bpa.

Aus diesem Grund fordert die Pflegeexpertin die Vertreter der
Politik zum Handeln auf: „Das in Deutschland für eine Anerkennung
geforderte Sprachniveau B2, das als Grundvoraussetzung für ein
Germanistikstudium zählt und nicht einmal bei ausländischen Ärzten
als Maßstab gilt, ist viel zu hoch angesetzt und erschwert die
Zugangsvoraussetzungen. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass
die ungarischen Auszubildenden schnell die deutsche Sprache erlernen
und sehr gut mit den Patienten kommunizieren können.“ Ein
Sprachniveau von höchstens B1 sei völlig ausreichend und sollte als
Zugangsvoraussetzung umgesetzt werden.

Als ebenso wenig zielführend bezeichnet Pletowski das geforderte
Praktikum in Krankenhäusern für ausländische Krankenpfleger.
„Krankenpfleger aus Nicht-EU-Staaten sowie examinierte Fachkräfte aus
EU-Ländern, die ihren Abschluss vor 2007 erworben haben, müssen zur
Anerkennung in Deutschland, häufig ein halbes Jahr Pflegepraktikum in
einem deutschen Krankenhaus machen, obwohl sie bereits über die
medizinischen Kenntnisse verfügen. Das geht am tatsächlichen Bedarf
vorbei. Viel wichtiger wäre ein Praktikum in einer
Altenpflegeeinrichtung, das die grundpflegerischen Kenntnisse und die
spezifischen Anforderungen in der Altenpflege vermittelt“, meint die
Vizepräsidentin des bpa und spricht sich für einen modifizierten
Umgang bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse aus.

Neben zahlreichen Erkenntnissen hat das Pflegepraktikum aber auch
handfeste Ergebnisse hervorgebracht. Pletowski: „Vier angehende
ungarische Krankenschwestern haben mir signalisiert, dass sie
Interesse an einer Tätigkeit in Deutschland haben. Aus diesem Grund
habe ich entsprechende Arbeitsverträge angeboten und rechne damit,
dass sie in Kürze ihre Arbeit aufnehmen. Und auch die Mutter einer
Krankenpflegeschülerin, welche bereits in Deutschland lebt, startet
zeitnah ihre Ausbildung bei uns im ambulanten Bereich. Zudem zeigten
auch die anderen ungarischen Teilnehmer Interesse an einer
Beschäftigung in Deutschland, dazu wollen sie ihre Sprachkenntnisse
verbessern, um ihre Chancen auf eine Anerkennung zu erhöhen. In den
kommenden Wochen werden wir also konkret etwas gegen den
Fachkräftemangel tun können.“

bpa e.V.: Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste
e.V. (bpa) bildet mit mehr als 7.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen
(davon über 900 in Baden-Württemberg) die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für ca. 230.000 Arbeitsplätze und 17.700
Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei ca. 18,2
Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Stefan Kraft, Leiter der Landesgeschäftsstelle, Tel.: 0711-9604960

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