Viel Potential, wenig Wachstum / Präsidentschaftswahlen in Brasilien

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In Brasilien finden am 5. Oktober
Präsidentschaftswahlen statt. Letzten Umfragen zufolge dürfte es ein
enges Rennen zwischen der amtierenden Präsidentin Dilma Rousseff und
ihrer Herausforderin Marina Silva werden. Schon seit Monaten zeigt
Südamerikas größte Volkswirtschaft Anzeichen von Schwäche. Für das
laufende Jahr wird derzeit mit einem Wirtschaftswachstum von
lediglich 0,5 Prozent gerechnet, 2015 könnte es laut Prognosen mit
etwa 1,5 Prozent wieder aufwärts gehen.

Es sind vor allem hausgemachte Probleme, die der Wirtschaft des
Landes zu schaffen machen: „Es ist ein schwieriges Jahr für
Brasilien, die Wachstumsprognosen wurden bereits acht Mal nach unten
korrigiert. Gründe hierfür sind die immer noch häufig schlecht
ausgebaute Infrastruktur oder die geringe Wettbewerbsfähigkeit
heimischer Unternehmen, die wiederum aufgrund hoher Schutzzölle der
ausländischen Konkurrenz kaum ausgesetzt sind“, so Oliver Döhne,
Brasilien-Experte bei Germany Trade & Invest in São Paulo. Auch das
hochkomplexe Steuersystem und eine ausufernde Bürokratie sind für die
Stagnation im rohstoffreichen Land verantwortlich.

Doch trotz schwacher Wirtschaftszahlen machen die langfristigen
Perspektiven laut Döhne Hoffnung: „Sofern es der Regierung gelingt,
ein langfristiges Wachstumskonzept zu realisieren, könnte das Land
mit seiner konsumfreudigen Bevölkerung einen neuen Boom erleben.“ Von
verstärkten Investitionen in Bildung und die
Arbeitskräftequalifizierung könnte der Standort Brasilien ebenfalls
langfristig profitieren.

Für Brasilien spricht sein stabiles, demokratisches und
marktwirtschaftliches Umfeld, das Unternehmen zwar zahlreiche Hürden
zumutet, gleichzeitig aber auch eine solide und rechtssichere Basis
für ein langfristiges Engagement bietet. Der Modernisierungsdruck
bringt zudem auch Geschäftsmöglichkeiten mit sich, zum Beispiel beim
Ausbau von Logistik und Infrastruktur. Die Energiewirtschaft kämpft
mit drohenden Engpässen und wird zukünftig mehr auf Energieeffizienz
und alternative Quellen setzen. „Es gibt viele Bereiche, in denen
deutsche Unternehmen sich gut positionieren können“, so Döhne weiter.

Germany Trade & Invest (GTAI) ist die
Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die
Gesellschaft informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte,
wirbt für den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland und
begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.

Pressekontakt:
Andreas Bilfinger
T. +49 (0)30 200 099-173
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