Vietnams Wirtschaft wächst weiter stark im ersten Quartal 2015

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Vietnams Wirtschaft verzeichnete ein starkes
Wachstum mit 6,03 Prozent im ersten Quartal 2015 im Vergleich zu 5,06
Prozent im selben Vorjahreszeitraum. Damit war es das stärkste
Quartalswachstum seit fünf Jahren. Experten hatten nur mit 5,4
Prozent gerechnet. Damit hat sich der Trend einer nachhaltigen
Erholung der vietnamesischen Wirtschaft der letzten Jahre
fortgesetzt.

Wichtigste Wachstumstreiber waren nach Angaben des vietnamesischen
staatlichen Amts für Statistik erneut der Industriesektor und die
Verbraucher. Dank der lockeren Kreditvergabe an Unternehmen ist die
Industrieproduktion im ersten Quartal 2015 um 9,1 Prozent im
Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen – der höchste Wert seit der
internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Konsum legte
inflationsbereinigt um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal
deutlich zu, u.a. dank des Beschäftigungsrekords und steigender Löhne
sowie mehr Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft.

Vom Außenhandel gingen weniger Wachstumsimpulse aus: Zwar stiegen
die Exporte von Waren und Dienstleistungen zum Vorjahresquartal
nochmals kräftig, allerdings erhöhten sich die Importe noch stärker.
Für das erste Quartal 2015 sind Vietnams Exporte mit 35,7 Mrd. USD um
6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Dem stand
ein Einfuhrvolumen von 37,5 Mrd. USD gegenüber – ein Plus von 16,3
Prozent.

Die Inflation blieb weiterhin niedrig. Der Verbraucherpreisindex
erhöhte sich für das erste Quartal 2015 nur um 0,74 Prozent. Experten
zufolge war die niedrige Inflation nicht nur durch den fallenden
Ölpreis, sondern auch durch die Stabilisierung des vietnamesischen
Dong bedingt.

Für ausländische Investoren ist Vietnam weiterhin ein attraktiver
Investitionsstandort. Das Volumen der realisierten ausländischen
Direktinvestitionen (FDI) für das erste Quartal 2015 legte um 7
Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Es waren insbesondere
Unternehmen aus Südkorea und Japan – darunter große Konzerne wie
Samsung, LG, Toyota – die Milliardensummen in Entwicklungs- und
Produktionsstätte in Vietnam investierten.

Ausländische Investoren beurteilen das Investitionsklima Vietnams
grundsätzlich positiv, was vor allem mit der politischen und der
makroökonomischen Stabilität, einer hoch motivierten und gut
ausgebildeten Arbeiterschaft und der Nähe zu chinesischen
Lieferketten zusammenhängt. Zudem bekommt Vietnam stetig finanzielle
Kredite im Rahmen der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (ODA)
zu sehr günstigen Konditionen – insbesondere aus Japan. Die
ODA-Kredite legten im ersten Quartal 2015 um 10,7 Prozent kräftig zu.
Vietnam hat in den letzten Jahren viel Anstrengung für die
Integration in die Weltwirtschaft unternommen, um die Exporte und
damit dauerhaftes Wirtschaftswachstum zu gewährleisten. Insbesondere
versucht Vietnam, durch das Abschließen von Freihandelsabkommen (FTA)
mit verschiedenen Ländern und Regionen der Welt unabhängiger von
seinem großen Nachbarn China zu werden. So hat Vietnam gerade Anfang
Mai 2015 ein Freihandelsabkommen mit Südkorea geschlossen und wird
Ende desselben Monats ein weiteres mit der Eurasischen
Wirtschaftsunion (EAWU) schließen. Verhandlungen zu weiteren
Freihandelsabkommen – u.a. mit der EU (EVFTA), den USA (TPP) sowie
der Zollunion bestehend aus Russland, Weißrussland und Kasachstan
(VCUFTA) – stehen auch kurz vor dem Abschluss. Weitere positive
Signale für Vietnams Wirtschaft sind u.a. der bis zum Ende des Jahres
zu erwartende starke Rückgang der notleidenden Kredite im
Bankensektor durch eine fortschreitende Fusionswelle der heimischen
Banken sowie die stetige Erholung der Aktien- und Immobilienmärkte
(ab dem 01. Juli 2015 werden Ausländern der Besitz von inländischen
Immobilien erlaubt).

Allerdings sehen Experten noch verschiedene Probleme, insbesondere
das schleppende Tempo der Restrukturierung bzw. Privatisierung der
maroden Staatskonzerne sowie die niedrige Wettbewerbsfähigkeit der
heimischen Unternehmen, die seit dem WTO-Beitritt von Vietnam zu den
größten Schwierigkeiten zählt. Dieses Problem könnte sich noch
verschlimmern, wenn ab 2016 die ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft (AEC)
entsteht.

Trotzdem rechnen die Experten mit einem robusten Wachstum der
vietnamesischen Wirtschaft in 2015. Die Konjunktur wird demnach durch
den niedrigen Ölpreis, die niedrige Arbeitslosigkeit und die
niedrigen Zinsen zur Konsumankurbelung angetrieben. Internationale
Wirtschaftsorganisationen wie die Weltbank, der IWF, die OECD sowie
verschiedene Großbanken und Rating-Agenturen haben alle ihre
Konjunkturprognosen für Vietnam angehoben auf etwa 6 Prozent im
Durchschnitt.

Pressekontakt:
Medienbüro Schick
E-Mail: schick-pr@web.de

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