Vorschläge der Bauindustrie zur Ankurbelung des Wohnungsbaus:

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Mietwohnungsbau stärker industrialisieren,
Regulierungsrahmen auf den Prüfstand stellen, Steuerliche Förderung
ja, Eingriffe in die Mietpreisgestaltung nein

„Der Schlüssel zur Beseitigung der Wohnungsengpässe in Deutschland
liegt u. a. auch in einer stärkeren Industrialisierung des
Wohnungsneubaus. Statt bedingungslos dem Leitbild der Einzelfertigung
zu folgen, sollten künftig stärker Prototypen geplant werden, die
dann deutschlandweit in Serie umgesetzt werden könnten.“ Diese
Auffassung vertrat der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen
Bauindustrie Prof. Thomas Bauer im Rahmen seiner
Jahrespressekonferenz heute in Berlin. Nur so könnten die 400.000
Wohnungen jährlich errichtet werden, die das Bundesbauministerium bis
zum Ende dieses Jahrzehnts als notwendig erachtet. Mit den etwa
265.000 Fertigstellungen im vergangenen Jahr und den zu erwartenden
knapp 300.000 neuen Wohnungen im laufenden Jahr werde dieses
Fertigstellungsziel jedoch bei weitem noch nicht erreicht.

Die Herausforderung für Politik, Immobilienwirtschaft und
Bauwirtschaft bestehe jedoch nicht nur darin, ausreichend neuen
Wohnraum zu schaffen. Dieser Wohnraum müsse auch für weniger
einkommensstarke Schichten der Bevölkerung bezahlbar sein, stellte
Bauer fest. Dazu müsse jedoch der gesamte Regulierungsrahmen für den
Geschosswohnungsbau auf unnötige Kostentreiber überprüft werden.
Ansätze zu einer „Entrümpelung“ der Vorschriften sieht Bauer u. a. in
der Überprüfung der Abstandsregelungen in den Landesbauordnungen, der
Lockerung der Anforderungen an die Bereitstellung von Stellplätzen
sowie dem Verzicht auf Vorgaben zur Fassaden- und Dachbegrünung.
Darüber hinaus stellt Bauer die Frage: „Warum gibt es in Deutschland
16 unterschiedliche Landesbauordnungen? Bund und Länder sollten sich
auf eine bundesweit einheitliche Bauordnung verständigen.“

Dennoch werde es möglicherweise auf den angespannten
Wohnungsmärkten mit hohen Bodenpreisen nicht gelingen, ausreichend
bezahlbaren Wohnraum für untere und mittlere Einkommensgruppen zur
Verfügung zu stellen, befürchtet Bauer. Staatliche Förderung könne
hier helfen. Wenig Verständnis hat Bauer deshalb für die
Verzögerungen im Zusammenhang mit der Verabschiedung des
Gesetzentwurfs über die Sonder-AfA im Mietwohnungsneubau. Eine
schnelle Lösung müsse noch im Sommer 2016 her, damit Wohnungs- und
Bauwirtschaft Klarheit über die Investitionsbedingungen erhielten.

Für bedenklich hält Bauer die Vorschläge, mit denen das
Bundesjustizministerium (BMJV) massiv in die Mietpreisgestaltung
eingreifen will. Sowohl die Begrenzung der Umlagemöglichkeiten von
Modernisierungsmaßnahmen von bisher jährlich 11 % auf nur noch 8 %
der Kosten als auch die Verdoppelung des für die Ermittlung der
ortsüblichen Vergleichsmiete maßgeblichen Mietspiegelzeitraums auf
acht Jahre lehne die Bauindustrie ab. Mit ihrem 10-Punkteprogramm sei
Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks zwar auf dem richtigen Weg;
die Forderungen, die BMUB, Wohnungs- und Bauwirtschaft im Rahmen des
Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen erarbeitet hätten, würden
jedoch durch das BMVJ konterkariert.

Trotzdem sei der Wohnungsbau 2016 Treiber der Konjunktur im
Bauhauptgewerbe, erwartet Bauer. Auch wenn die Rahmenbedingungen für
eine Wohnungsbauoffensive noch nicht optimal seien, werde allein der
Druck auf den Wohnungsmärkten den Wohnungsbau in den nächsten Jahren
ankurbeln. Der Hauptverband rechne damit, dass die Umsätze im
Wohnungsbau 2016 nominal um 6 % wachsen und die Zahl der
fertiggestellten Wohnungen auf 300.000 steigt.

Auch im Internet abrufbar: www.bauindustrie.de

Pressekontakt:
Ansprechpartner: Dr. Heiko Stiepelmann
Funktion: Leiter Kommunikation / Pressesprecher
Tel: 030 – 21286 140, Fax: 030 – 21286 189
E-Mail: Heiko.Stiepelmann@bauindustrie.de

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