Wandel der Arbeitswelt birgt Chancen und Risiken / Kommentar zum Grünbuch „Arbeiten 4.0“ des Bundesarbeitsministeriums veröffentlicht (FOTO)

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Der Wandel der Arbeitswelt birgt aus Sicht der
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen Chancen und Risiken für
Arbeitsschutz und soziale Sicherheit. Das geht aus einem Kommentar
zum Grünbuch „Arbeiten 4.0“ des Bundesministeriums für Arbeit hervor,
den ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, heute
veröffentlicht hat. Danach haben neue Technologien, Werkstoffe und
Produktionsverfahren das Potenzial, die Arbeitswelt sicherer und
gesünder zu gestalten. Gleichzeitig entstünden aber auch neue
Risiken, zum Beispiel Unfälle bei der Zusammenarbeit von Mensch und
Roboter, Stress durch ein Zuviel an Informationen oder durch
atypische Beschäftigung. Der Schlüssel zur Lösung dieser Probleme
liege in Forschung, verstärkter Qualifizierung sowie in der
Entwicklung einer Kultur der Prävention, heißt es in dem Kommentar.

Als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung versichern
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen ihre Versicherten nicht nur
gegen die Folgen von Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen sowie
Berufskrankheiten. Sie beraten und beaufsichtigen die Unternehmen
auch in Fragen der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. In ihrer
Präventionsarbeit setzen sie sich daher auch mit der zukünftigen
Entwicklung der Arbeitswelt auseinander. Folgende zentrale
Handlungsfelder zeichnen sich nach ihrer Fachmeinung derzeit ab:

1. Digitaler Wandel: Der technische Fortschritt bietet großes
Potenzial, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu
verbessern und so arbeitsbedingte Unfälle und Erkrankungen zu
verringern. Gleichzeitig ergeben sich neue Gefährdungen,
beispielsweise bislang unbekannte Gefahrstoffe, Sicherheitsrisiken
bei der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter oder Stress infolge
ständiger Erreichbarkeit und Informationsflut.

2. Neue Beschäftigungsformen: Beschäftigungsformen wie Crowd- und
Clickworking oder Telearbeit werfen die Frage auf, wie soziale
Sicherheit und Arbeitsschutz organisiert werden können, wenn es
keinen Arbeitgeber oder keinen festen Arbeitsplatz gibt.
Eigenverantwortliches und gesundheitsbewusstes Handeln gewinnt vor
diesem Hintergrund an Bedeutung.

3. Vielfalt: Technische und medizinische Neuerungen bieten die
Chance, Arbeit und Prävention so zu gestalten, dass
Gesundheitsgefahren und Erkrankungen vermieden oder alters- und
behinderungsbedingte Einschränkungen ausgeglichen werden. Das
begünstigt die langfristige Beschäftigungsfähigkeit von Älteren und
Menschen mit Behinderungen im Arbeitsmarkt. Gleichzeitig führen
gesellschaftliche Veränderungen, Fachkräftemangel und Zuwanderung zu
wachsenden Beschäftigungszahlen von Frauen und Personen mit
Migrationshintergrund.

Aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung erfordern diese
Entwicklungen neben intensiver Präventionsforschung insbesondere
verstärkte Anstrengungen zur Qualifizierung, aber auch die
gesamtgesellschaftliche Entwicklung einer Kultur der Prävention, die
Sicherheit und Gesundheit zu einem selbstverständlichen Teil des
Handelns der Menschen macht.

Den Kommentar zum Grünbuch „Arbeiten 4.0“ sowie weiterführende
Informationen zu laufenden Forschungsaktivitäten der gesetzlichen
Unfallversicherung gibt es unter
http://www.dguv.de/de/mediencenter/hintergrund/arbeit_4.0/index.jsp

Pressekontakt:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763768
Fax: 030 288763771
E-Mail: presse@dguv.de

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