WAZ: Alarmsignale aus den Pflegeheimen – Kommentar von Christopher Onkelbach zur Pflegestudie

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Pflegeheime können trostlose Orte sein, in denen das
Leben in der letzten Phase nur noch verwaltet wird. Sie können aber
auch Orte der Hoffnung sein, weil die Mitarbeiter sich aufopfern, um
den alten Menschen ihre Würde zu bewahren.

Dieses Engagement aber ist angesichts der akuten Personalknappheit
kaum noch möglich, wie die Studie der Uni Witten/Herdecke belegt.
Wenn Heimbewohner ans Bett gebunden oder mit Medikamenten
ruhiggestellt werden, weil die Pflegekräfte mit der Arbeit einfach
nicht mehr nachkommen, dann ist das mehr als ein Alarmzeichen, dann
herrscht der akute Notstand.

Es kann nicht menschenwürdig sein, wenn eine Kraft nachts für 50
bis 100 Personen zuständig ist. Weder für die Bewohner, noch für die
Pflegekräfte. Essen verteilen, waschen, zur Toilette gehen,
Medikamente ausgeben – alles im Minutentakt. Da bleibt meist weder
Zeit für eine Pause noch für ein zwischenmenschliches Gespräch.

Beide Seiten, Heimbewohner wie Pflegekräfte, werden so zu Opfern
des Systems. In Zukunft werden indes immer mehr Menschen auf Hilfe im
Alter angewiesen sein. Die Gesellschaft darf nicht zulassen, dass die
Masse der Pflegeheime zu reinen Verwahrstationen verkommt.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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