WAZ: Altlasten einer dunklen Zeit – Kommentar von Michael Kohlstadt zu Blindgängern

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70 Jahre nach Kriegsende – und noch immer ist der
Boden an Rhein und Ruhr geradezu verseucht durch Blindgänger aus dem
Zweiten Weltkrieg. Glaubt man Experten, ist ein Ende der Gefahr durch
Fliegerbomben, die nach ihrem Abwurf durch alliierte Bomberverbände
nicht explodierten, nicht in Sicht. Speziell das Ruhrgebiet, damals
industrielles Zentrum der Nazi-Kriegsmaschinerie, lag im Visier der
Alliierten. Über 50.000 Menschen, darunter Tausende von
Kriegsgefangenen, ausländische Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge,
ließen im Bombenhagel hier ihr Leben. Deutsche Bombenangriffe auf
englische Städte hatten zuvor eine ebenso breite Blutspur gezogen.

Heute sind die Hinterlassenschaften des von den Nazis entfachten
Weltenbrandes vor allem lästig. Doch eine Alternative zu regelmäßigen
Evakuierungen ganzer Stadtviertel, stundenlang lahmgelegten
Verkehrsachsen und dem gefährlichen Einsatz der Sprengmeister gibt es
nicht. Es war schon immer grob fahrlässig, darauf zu hoffen, dass
sich die Altlasten aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen
Geschichte von selbst verflüchtigen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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