WAZ: Arme Kirche, reiche Kirche – Kommentar von Michael Kohlstadt zum Bistumsbesitz

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Vier Milliarden Euro Bistumsvermögen – das setzt so
manche Fantasien frei. Zum Beispiel die über eine
Religionsgemeinschaft, die ihren gesamten Besitz hergibt und die
Erlöse unter den Armen dieser Welt verteilt.

Doch lassen wir die Kirche besser im Dorf. Dass das Erzbistum
Paderborn nach der längst überfälligen Offenlegung seiner immensen
Vermögenswerte auch nur darüber nachdenkt, einen Teil seiner
milliardenschweren Geldanlagen aufzulösen und sie den Bedürftigen
auszuschütten – damit ist nicht zu rechnen.

Allerdings müssen sich die Bischöfe von Paderborn und Köln die
Frage gefallen lassen, wie armselig eigentlich eine Kirche aussieht,
die auf Milliardenwerten sitzt, während das eigene Oberhaupt, Papst
Franziskus, die Vergötterung des Geldes geißelt.

Ein Anfang wäre ja schon, wenigstens die gröbsten Ungleichheiten
vor der eigenen Haustür abzumildern. Denn auch unter den katholischen
Bistümern gibt es ein Wohlstandsgefälle. In NRW flankieren die zwei
wahrscheinlich reichsten Bistümer ausgerechnet den armen
Diözesen-Vetter im Ruhrgebiet. Wie wär–s also mit einem
interkirchlichen Finanzausgleich?

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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