WAZ: Bilder, die beschämen – Kommentar von Lutz Heuken zum Lager Idomeni

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Wie groß muss das Elend sein, dem man als Flüchtling
entkommen ist, wenn man sich mit Macht im heruntergekommenen Lager
Idomeni festkrallt? Wie groß muss die Hoffnung sein, wenn man
monatelang in dieser Trostlosigkeit verharrt, weil man auf die
winzige Möglichkeit hofft, dass hinter dem Grenzzaun zwischen
Griechenland und Mazedonien doch noch die Chance auf ein neues Leben
wartet? Irgendwann, irgendwo.

So sehr viele Menschen angesichts der Bilder vom Balkan entsetzt
sind, so sehr setzen andere – und mächtige – genau auf dieses
Entsetzen. Es klingt zynisch, doch diese bewegenden Bilder des Elends
sollen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge und in den riesigen
Lagern von der Türkei bis zum Libanon gezielt diese Botschaft
vermitteln: Seht her, auf euch wartet in Europa nicht das Paradies
sondern nur neues Elend.

Dieses Europa kann sicherlich nicht alle Probleme der Welt lösen.
Dass sich die EU-Länder mit ihren 500 Millionen EU-Bürgern aber nicht
um das Schicksal von einigen Hunderttausend akut bedrohter Menschen
kümmern, gereicht diesem so reichen Kontinent zur Schande.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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