WAZ: Bloß nicht in den Schulen sparen – Kommentar von Matthias Korfmann zur Flüchtlings-Integration

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Niemand kann verlässlich voraussagen, wie viele
Flüchtlingskinder 2016 nach NRW kommen werden. Das Land geht von
40.000 aus, der Städte- und Gemeindebund von 60.000. Aber das ist
Kaffeesatzleserei. Für Schulen ist die Ausbildung von jungen
Flüchtlingen heute schon eine Herausforderung. Die Idee, Lehrer im
Ruhestand in die Klassen zurück zu locken, zeigt: Die Lage ist
bitterernst.

Die Schulen müssen gleich mehrere neue Aufgaben bewältigen: die
Inklusion von Kindern mit Behinderungen, die Umstellung auf den
Einsatz moderner Medien im Unterricht und nun die Integration von
Flüchtlingen. Vom miserablen Zustand vieler Gebäude wollen wir hier
mal gar nicht reden. Flüchtlingskinder müssen Deutsch lernen und
kulturelle Grenzen überwinden, leben aber in prekären Verhältnissen.
Sie zu integrieren erfordert also eine immense Kraftanstrengung.
Gleichzeitig haben alle anderen Kinder ein Recht auf eine normale
Schulausbildung.

Mit 3000 oder 5000 zusätzlichen Lehrern ist dies vielleicht so
gerade eben zu bewältigen. Aber eigentlich müsste noch weit mehr
geschehen. Bund, Land und Städte stehen vor einer geradezu
historischen Aufgabe. Ob die Integration der Flüchtlinge gelingt,
wird wohl vor allem in den Schulen und Kitas entschieden.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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