WAZ: Bröckelnde Demokratie. Kommentar von Alexander Kohnen zur Wahlbeteiligung

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Sagen wir mal: Bei einer Landtagswahl liegt die
Wahlbeteiligung bei 50 Prozent. Und eine Partei erhält 40 Prozent –
da liegt die tatsächliche Akzeptanz bei 20 Prozent. Dieses Beispiel
nur wegen seiner Einfachheit. Es ist nicht unwahrscheinlich. Die
Wahlbeteiligung lag in Bremen zuletzt bei 50,2 Prozent, in
Brandenburg sogar nur bei 47,9 Prozent. Da stellt sich die Frage: Ist
das noch Demokratie? Ja, das ist noch Demokratie. Aber eine, die
langsam vor sich hin bröckelt. Umso besser, dass sich jetzt eine ganz
große Koalition aus Union, SPD, Grünen, Linken und FDP bildet, um
etwas gegen die sinkende Wahlbeteiligung zu unternehmen. Man kann ihr
nur viel Erfolg wünschen. Die Debatten im Bundestag sind nicht mehr
so wild wie etwa zur Zeit der Ostverträge, als die Wahlbeteiligung im
Jahr 1972 bei 91,1 Prozent lag. Heute wird oft über Gesetze
diskutiert, deren Details das Leben der Menschen nicht mehr wirklich
berühren. Politik ist für manche Bürger vor allem abgehobene
Technokratie. Umso mehr sollten sich die Parteien bemühen, ihre Ideen
und Pläne besser zu erklären – und Politik für die Menschen zu
machen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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