WAZ: Burbach als Schandmal – Kommentar von Tobias Blasius zu Flüchtlings-Misshandlungen

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Zweieinhalb Jahre nach dem Misshandlungsskandal in
der Flüchtlingsunterkunft Burbach leuchtet die Anklageschrift der
Staatsanwaltschaft Siegen die Dimension des Grauens aus. Ein
Asylheim-Betreiber richtet ein „Problemzimmer“ ein, in dem
Schutzsuchende aus Kriegsgebieten vom Wachdienst teilweise über Tage
eingesperrt und gequält werden.

Im Nachbarraum sitzen Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg
und lassen es geschehen. Freiheitsberaubung durch Unterlassen ist ein
Vorwurf, der bei Staatsbediensteten erschüttern muss. Erst als Monate
später Fotos, die an das Foltergefängnis Abu Ghraib erinnern, in die
Öffentlichkeit lanciert werden, bequemt sich die Landesregierung, die
Zustände in ihren Einrichtungen zu hinterfragen.

Unabhängig davon, ob wirklich alle 38 Angeschuldigten am Ende
rechtskräftig verurteilt werden können – Burbach bleibt die Chiffre
für organisierte Verantwortungslosigkeit, ein Schandmal für den
nordrhein-westfälischen Umgang mit Flüchtlingen. Und man fragt sich,
warum diese Vorfälle politisch nie wirklich mit Nachdruck aufgeklärt
wurden und in höheren Etagen niemand den Kopf hinhalten musste.

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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