WAZ: Das Endspiel in Syrien. Kommentar von Martin Gehlen zur Lage in Nahost

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Das Endspiel in Syrien hat begonnen. Seit Wochen
eskalieren die Kämpfe zwischen den Rebellenarmeen, weil ihre
Kommandeure um die besten Ausgangspositionen für den Kollaps des
Assad-Regimes rivalisieren. Gleichzeitig bringen sich nun auch dessen
Waffenbrüder in Moskau und Teheran in Stellung. Der russische
Präsident Wladimir Putin schickt ein eigenes Expeditionskorps. Die
Iraner haben in Assads Streitkräften schon länger das Ruder
übernommen – sehr zum Verdruss von Teilen der syrischen Regime-Elite.
Denn Teheran kann nicht zulassen, durch ein Post-Assad-Syrien von
seinem wichtigsten Verbündeten, der Hisbollah, abgeschnitten zu
werden. Moskau will ebenfalls für die politisch-strategische
Aufteilung von Assads Konkursmasse rechtzeitig seine Pflöcke
einschlagen, um sie nicht am Ende ganz der islamischen Republik Iran
überlassen zu müssen. Darauf dringt auch der neue arabische Liebling
Putins, Ägyptens Ex-Feldmarschall al-Sissi. Beide träumen von einem
neuen pro-russischen Orient, der endlich das ungeliebte Joch
amerikanischer und europäischer Bevormundung abschütteln kann. Und
beide wissen, dass von dem Assad-Reich bestenfalls ein kleines
Rest-Syrien mit Sektoren von Damaskus und Homs plus kargen
alawitischen Kernlanden entlang des Mittelmeeres übrig bleibt. Hier
jedoch, in der Hafenstadt Tartus, befindet sich die einzige
Marinebasis Russlands im gesamten Mittelmeer. Und die braucht Moskau,
um weiterhin seinen Fuß auf arabischem Land halten zu können.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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