WAZ: Das Energiepaket hat seinen Preis – Kommentar von Ulf Meinke zum Kohlekompromiss

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So sieht es also aus, wenn drei Parteichefs ein
Energiepaket schnüren: CSU-Chef Seehofer bekommt mehr Erdkabel, damit
die schöne bayerische Landschaft nicht unter hässlichen Strommasten
leiden muss. SPD-Chef Gabriel darf seinen Frieden mit den
Gewerkschaften und Industrieverbänden schließen, da ein
Hoppla-hopp-Ausstieg aus der Braunkohleverstromung nun vom Tisch ist.
Und Kanzlerin Merkel gewinnt: Ruhe.

Doch der Kompromiss hat seinen Preis – vor allem für Verbraucher
und Steuerzahler. Die bayerischen Erdkabel müssen Deutschlands
Verbraucher mitfinanzieren. Die geplante Klimaabgabe für Betreiber
von Kohlekraftwerken ist vom Tisch. Stattdessen erhalten Konzerne wie
RWE sogar Geld dafür, dass sie ihre Anlagen als Reserve zur
Absicherung der Stromversorgung bereithalten. Steuermilliarden aus
dem Haushalt sollen für mehr Energieeffizienz im Land sorgen. Kurzum:
Die Energiewende wird noch teurer.

Immerhin können die Beschäftigten in den NRW-Kohleregionen
aufatmen. Die Politik hat sich für einen sanften Strukturwandel
entschieden. Es ist gut, dass niemand das Risiko eingehen wollte, im
großen Stil Jobs aufs Spiel zu setzen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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