WAZ: Den Schaden hat der Konzern – Kommentar von Andreas Tyrock zur Lage bei VW

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Die Art und Weise des Ausscheidens von Ferdinand
Piëch aus dem VW-Aufsichtsrat ist das ebenso überraschende wie
unrühmliche Ende einer bemerkenswerten Laufbahn. Die Verantwortung
für diesen Abgang trägt nur einer: Ferdinand Piëch selbst. Was auch
immer ihn getrieben haben mag, so hat er durch seinen Frontalangriff
auf VW-Chef Winterkorn dem größten europäischen Autokonzern
geschadet.

Die Autobranche gehört zu den wichtigsten Säulen des
Industrie-Standortes Deutschland, die Zahl der direkt und indirekt
betroffenen Jobs geht in die Millionen. Produktion, Wissenschaft und
Forschung in Deutschland sind davon abhängig, dass die Entscheider
sich ihrer Verantwortung bewusst sind und sich nicht im persönlichen
Klein-Klein verlieren. Insofern ist der weitere Verlauf der
VW-Führungskrise auch von bundesweiter Bedeutung.

Zumal absehbar keine Ruhe im Konzern einkehren wird. Piëch hat
diesen dramatischen Machtkampf zwar verloren, aber er ist und bleibt
der entscheidende Aktionär im Unternehmen. Zugespitzt formuliert: Ihm
gehört die Firma. Und am Ende des Tages werden die Familien
Piëch/Porsche wieder an einem Strang ziehen, weil sie keine andere
Wahl haben.

Deshalb wird auch keine wichtige Entscheidung ohne die Zustimmung
von Ferdinand Piëch fallen. Und der hat seit dem Wochenende mehrere
Rechnungen offen, von denen er vermutlich schon bis zur
Hauptversammlung am 5. Mai einige begleichen will. Dem
VW-Konzern tut das nicht gut.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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