WAZ: Der alte Mann und seine Frau – Kommentar von Ute Schwarzwald zur Altersstudie

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Genau 1 357 304 Kinder kamen 1964 in
Deutschland zur Welt. In diesem Jahr feiert der geburtenstärkste
Jahrgang aller Zeiten seinen 52. Geburtstag. Fröhlicher, fitter und
flotter als alle anderen zuvor, heißt es in der jüngsten
Altersstudie. Wie schön, zumal das den Forschern zufolge für die
gesamte Generation der starken Jahrgänge gilt; die, die nun
allmählich in die Jahre kommt.

„Aging Babyboomers“ nennen Soziologen die neuen, jungen,
glücklichen Alten. Mit den Betagten von einst haben sie wenig gemein.
Sie leiden nicht am Älterwerden, sie genießen es. Wer sie sucht,
findet sie sicher nicht auf dem Sofa; eher in der Disco und im
Fitness-Studio, vielleicht auf Abenteuer-Reise.

Oder im Büro. Denn auch der Anteil der Erwerbstätigen, die den 50.
Geburtstag hinter sich haben, war nie höher als heute. Mehr als jeder
zehnte Rentner arbeitet sogar noch im Ruhestand weiter. Mancher, weil
er es gern so möchte. Manche aber wohl auch, weil sie es muss.

Denn: Alten Frauen geht es längst nicht so gut wie alten Männern –
auch das ein Ergebnis der Studie. Natürlich stehen 50, 60 Jahre alte
Frauen heute besser da als ihre Mütter im selben Alter. Viele sind
wirtschaftlich unabhängiger, verdienen ihr eigenes Geld. Aber noch
immer stehen sie schlechter da als ihre Männer – vor allem als Witwe
oder nach einer Scheidung. Hausarbeit, Betreuung der Enkel,
Versorgung pflegebedürftiger Eltern hängen zudem nach wie vor vor
allem ihnen.

Das ist mehr als ein Wermutstropfen in all der Freude über die
schönen Ergebnisse der Untersuchung. Mann und Frau sollten gemeinsam
glücklich alt werden dürfen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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