WAZ: Der Reiz des Neuen ist verflogen. Kommentar von Daniel Freudenreich

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Abgesehen von dem unsäglichen Theater um
Onlineparteitage haben sich die Piraten am Riemen gerissen. Nach dem
vergurkten Parteitag in Bochum brachten sie ihr Wahlprogramm
diszipliniert durch. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, dem
Gratis-Nahverkehr oder Volksentscheiden grenzen sie sich nun deutlich
von anderen Parteien ab. Sie sind jenseits ihrer Kernthemen nun
aufgestellt. Mit Katharina Nocun haben die Freibeuter eine politische
Geschäftsführerin, die nicht nur den peinlichen Johannes Ponader
ablöst, sondern auch in die Fußstapfen von Marina Weisband treten
könnte. Dennoch stehen die Chancen für den Einzug in den Bundestag
schlecht. Das Wahlprogramm liest sich in vielen Punkten wie eine
Wünsch-dir-was-Liste, es ist widersprüchlich oder unkonkret. Die
Piraten wollen etwa bedingungslose Grundeinkommen, doch die Höhe und
genaue Finanzierung ist offen. Erschwerend kommt hinzu: Der Reiz des
Neuen ist verflogen. Viele Protestwähler haben inzwischen den
Internetaktivisten den Rücken gekehrt. Im Wahlkampf können die
Freibeuter nur hoffen, dass ihre Kernthemen Konjunktur bekommen. So
hat die Telekom mit ihrer Drosselung von Internet-Flatrates ungewollt
Schützenhilfe geleistet.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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