WAZ: Deutschland sieht sich zu grün – Kommentar von Gerd Heidecke zum Verlust der Artenvielfalt

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Luchs, Seeadler, Wolf – viele bewundernswerte Tiere
sind wieder in Deutschland heimisch, und solange Wirtschaftsförderer
darüber klagen, dass einzelne Feldhamster große Industrieansiedlungen
auf der grünen Wiese verhindern, da kann es doch um den Naturschutz
nicht so schlecht bestellt sein?

Doch das Bild vom majestätisch über Seen gleitenden Raubvogel, dem
Jagdrudel in der Lausitz und die durch den bayerischen Wald
schleichende Wildkatze trügt. Der Flächenverbrauch ist ungebrochen,
eine industrialisierte Landwirtschaft raubt Insekten und Vögeln den
Überlebensraum, und vieles, was in Parks und Gärten so schön
natürlich aussieht, ist ökologisch eher wertlos. Oder wann haben Sie
zum letzten Mal einen Spatz gesehen?

Irgendwie für Umweltschutz ist längst jeder und jede Partei, doch
gibt und sieht sich Deutschland grüner, als das Land wirklich ist.
Die Zahl der Arten schrumpft dramatisch, und die aus der Landschaft
Verschwundenen lassen sich zumeist nicht so schnell wieder in
geschützten Reservaten ansiedeln wie ein paar Luchse, Wölfe,
Seeadler.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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