WAZ: Die alltägliche Steuerflucht – Kommentar von Hannes Koch

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Steuerhinterziehung und Kapitalflucht ins Ausland
schädigen die Allgemeinheit in den Ländern, aus denen das Geld
stammt. Dies wissend, finden es dennoch viele Menschen normal, ihrer
Stadt und ihrer Regierung einen fairen Teil des zusätzlichen
Einkommens vorzuenthalten. Dieses Phänomen ist nicht nur unter
Bürgern verbreitet, die besonders gut versorgt sind. Freilich leisten
auch westliche Regierungen der Steuerflucht Vorschub. Luxemburg und
Österreich liefern deutschen Finanzämtern kaum Informationen über
Auslandskonten. Die USA und Großbritannien pflegen eigene
Steueroasen, um ein paar Milliarden zusätzlichen Profits in ihre
Finanzzentren New York und London zu locken. Nationale Egoismen
erschweren die Bekämpfung von Steuerflucht. Die Nachteile der einen
sind die Vorteil der anderen: In den Zielländern ist das hinterzogene
Kapital willkommen. Es schafft Jobs und Einkommen. Für
Privatpersonen, Firmen und Staaten ist Steuerflucht ein
Geschäftsmodell. Dagegen könnten zwei Ansätze helfen: politischer
Druck auf die Steueroasen und ein fairer Interessenausgleich nach dem
Motto: „Lasst uns die zusätzlichen Steuereinnahmen teilen“.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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