WAZ: Die Müllöfen und der Markt – Kommentar von Tobias Blasius zur Entsorgung

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Zu wenig Abfall für zu viele Müllöfen? Was nach
einem ökologischen Luxusproblem klingt, entwickelt sich zum nächsten
Streitfall der Landespolitik. Die NRW-Landesregierung will fünf feste
Entsorgungsregionen schaffen, um eine wachsende Schieflage zwischen
Städten mit und ohne Verbrennungsanlage zu beheben.

Wer vor 30 Jahren einen Müllofen gebaut hat, bleibt heute nicht
selten auf den hohen Fixkosten sitzen. Andere Kommunen haben dagegen
die freie Auswahl, um Abfall preisgünstig verbrennen zu lassen. Die
Analyse des Landes bleibt deshalb richtig: Es ist tatsächlich unfair,
dass für den verschärften Wettstreit um den Wohlstandsmüll nur ein
Teil der Gebührenzahler aufkommen muss. Doch die Lösung greift zu
kurz: Mit willkürlich gezogenen neuen Entsorgungsgrenzen werden nur
neue Ungerechtigkeiten geschaffen.

Klüger wäre es, kommunale Kooperationen zu fördern, Müllimporte zu
enttabuisieren, die Entsorgungsfrage für gewerbliche Abfälle
grundsätzlich neu zu stellen und stärker den Markt über die
Stilllegung überflüssiger Müllöfen entscheiden zu lassen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
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