WAZ: Die Region der Kirchenmäuse – Kommentar von Matthias Korfmann zu Kommunalfinanzen

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Sie sparen nicht genug. Das ist ein Vorwurf, der den
Ruhrgebietsstädten oft gemacht wird, und er ist nicht unberechtigt.
Zwischen Unna und Duisburg ist schon viel Kohle verpulvert worden.
Für Leuchttürme aller Art, für riskante Geschäfte, für ein kaum mehr
aufzudröselndes Geflecht aus kommunalen Gesellschaften. Zur Wahrheit
gehört aber auch: Sie sparen heute mehr, als man denkt. Der
ausgeglichene Haushalt rückt näher. Der extreme Kostendruck macht–s
möglich.

Den angehäuften Schuldenberg indes, diese fast 25 Milliarden Euro,
werden die betroffenen Städte kaum aus eigener Kraft abtragen können.
„Wir bräuchten dafür Jahrhunderte“, hat neulich der Oberhausener
Oberbürgermeister Daniel Schranz gesagt. Und das war kein Witz. Wer
immer mehr Schulden machen muss, um Schulden zu bezahlen, dem vergeht
der Humor. Bund und Land werden wohl irgendwann korrigierend
eingreifen müssen, damit die Lebensverhältnisse im Ruhrgebiet nicht
komplett abgleiten.

Das Revier ist abgehängt, mancherorts vergammelt es. Der
Nahverkehr ist eine Katastrophe, die Grund- und Gewerbesteuern auf
Rekordhöhe. Und das in eigentlich guten Zeiten. Im Münsterland, am
Rhein, in Bayern, in Sachsen gibt es sie: blühende Landschaften.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
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