WAZ: Die SPD und die Flüchtlinge – Kommentar von Lutz Heuken zur Einwanderung

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Die Flüchtlingskrise bringt SPD-Politiker in arge
Bedrängnis. Auch ihre Kommunalpolitiker müssen sich Tag für Tag vor
Ort mit den größer werdenden Problemen auseinandersetzen. Deshalb
rufen sie jetzt laut nach Abhilfe.

Doch die SPD will und darf in der Flüchtlingskrise nicht ihre
Geschichte über Bord werfen. Eine Geschichte, in der auch ihre
Mitglieder verfolgt wurden, in der sie gar vor der Nazi-Diktatur ins
Ausland fliehen mussten. Diese Erfahrung hat die Partei von Willy
Brandt zutiefst geprägt.

Für Sozialdemokraten – zumal im Ruhrgebiet – kann es also in der
Flüchtlingsfrage nicht darum gehen, den populistischen Parolen aus
der CSU oder gar der AfD hinterherzuhecheln. Diesen Wettlauf um
rechte Phrasen würden die Genossen ohnehin verlieren.

Dennoch ist es richtig, dass Sozialdemokraten die Probleme der
Flüchtlings-Zuwanderung unverblümt benennen. Nur so wird die von
ihnen proklamierte Politik des Kümmerns von den Bürgern
ernstgenommen. Und nur so können Probleme Schritt für Schritt
angegangen werden, ohne panisch die Prinzipien der Menschlichkeit
über Bord zu werfen. Prinzipien, auf die Sozialdemokraten doch so
stolz sind.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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