WAZ: Ein gut gemeintes Chaos – Kommentar von Tobias Blasius zur Inklusion

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Deutschland hat 2009 eine UN-Konvention
unterschrieben, die behinderten Kindern uneingeschränkte
gesellschaftliche und schulische Teilhabe zusichert. Ob damit das gut
gemeinte Inklusionschaos gemeint war, das sich heute in vielen
NRW-Schulen abspielt, darf mit Fug bezweifelt werden.

Das richtige Ziel, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf
nicht frühzeitig abzuschreiben, führt vielerorts zu völlig falschen
Schlüssen. Verunsicherte Eltern schicken ihre Kinder zu
unvorbereiteten Regelschulen, so dass Behinderte und Nichtbehinderte
dort selten gemeinsam lernen, aber oft zusammen verlieren. Exzellent
ausgestattete Förderschulen, die hervorragende Arbeit leisteten,
fürchten derweil um ihren Fortbestand. Ein Trauerspiel.

Bislang reagierte man in Düsseldorf auf Klagen von Eltern und
Lehrern mit hartnäckiger Realitätsverweigerung. Dabei sind
diejenigen, die den Rechtsanspruch auf Regelbeschulung gegen Kritik
durchboxten, jetzt auch in der Pflicht, die teuren Konsequenzen zu
tragen: mehr Sonderpädagogen, kleinere Klassen, spezielle
Beschulungsformen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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