WAZ: Ein Klima der Ausgrenzung. Kommentar von Walter Bau zuÜbergriffen gegen Flüchtlinge

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Ein Polizist, der Flüchtlinge misshandelt und
demütigt und sich dann im Internet damit brüstet – sollte sich der
Verdacht von Hannover als zutreffend erweisen, wäre dies erneut ein
erschütternder Fall von Rassismus. Das ist abstoßend und
menschenverachtend. So falsch es wäre, pauschal alle Polizeibeamten
unter Verdacht zu stellen, so fahrlässig wäre es, voreilig von einem
Einzelfall zu sprechen. Denn dass der fragwürdige, wenn nicht gar
kriminelle Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern durchaus ein
strukturelles Problem in manchen Behörden darstellen kann, scheint
sich im Siegerland anzudeuten. Dort ermittelt der Staatsanwalt gegen
mehr als 50 Polizisten, Sozialarbeiter, Heimleiter und andere
Amtspersonen wegen verschiedener Delikte. Wenn ausgerechnet jene, die
den Zuwanderern doch zur Seite stehen sollen, genau diese Menschen
stattdessen bedrohen, ausnutzen oder ihnen körperliche Gewalt antun,
dann kommt das nicht aus dem Nichts. Solche Übergriffe und Auswüchse
entspringen einem Klima in Teilen der Gesellschaft und in der
Politik, das sich gegen Zuwanderer richtet. Menschen, die vor Krieg,
Terror, Verfolgung und Armut fliehen, gelten hierzulande nicht selten
als Schmarotzer, als Ärgernis. Wer solch ein Zerrbild malt, nimmt
Übergriffe wie sie jetzt in Hannover und im Siegerland im Raum
stehen, billigend in Kauf.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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