WAZ: Eine kurzsichtige Entscheidung – Kommentar von Christopher Onkelbach zum Streitüber die Bafög-Mittel

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Die Studienlust scheint ungebrochen: 2,7 Millionen
Studierende sind an deutschen Hochschulen eingeschrieben – Rekord.
Doch die Zahl der Professoren hält mit dieser von der Politik
gewollten Entwicklung nicht Schritt. 7500 zusätzliche Hochschullehrer
würden benötigt, um zumindest das Verhältnis von Professoren zu
Studenten auf den Stand von 2010 zu bringen. Eine Folge der
miserablen Betreuungsrelation gerade auch in NRW sind unter anderem
die hohen Abbrecherzahlen.

Explizit fordert die Landesregierung von den Hochschulen, das zu
verbessern. Mit den Millionen aus dem Bafög-Topf hätte sie die Unis
konkret unterstützen können – eine vergebene Chance.

Sicher, auch Schulen und Kitas haben Unterstützung nötig. Auch das
sind Bildungsausgaben. Hier investiert das Land gerade sehr viel
Geld. Doch bei der Übernahme der Bafög-Kosten durch den Bund war
vereinbart worden, die Mittel auch in Hochschulen zu investieren, von
Kitas war keine Rede.

Wer mehr Engagement des Bundes in Bildungsfragen fordert – was die
SPD seit Jahren vorbringt – sollte dem Bund nicht bei der ersten
Gelegenheit wieder die Bildungshoheit der Länder unter die Nase
reiben. Das ist zwar formal richtig, aber unklug.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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